Archiv der Kategorie: Schreibimpulse

Mini-Bilderbücher schreiben und gestalten

Mini-Bilderbücher waren das Thema eines Samstagsseminars im Rahmen von „Köln spezial„. Die Idee dazu verdanke ich der Künstlerin Petra Paffenholz. Mit einer einfachen Falttechnik lässt sich ein Blatt Papier in ein Minibuch für Kinder oder Erwachsene verwandeln. Wenn Sie es nachmachen möchten: Hier wird es erklärt.

Ein Minibuch besteht also aus acht Seiten (Erweiterungen sind möglich), nimmt man DIN-A3-Blätter, haben die Seiten Oktavheft-Format. Gerade diese Begrenzung macht es spannend, den Inhalt entsprechend auszuwählen und zu reduzieren.

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So sieht das ungefaltete „Buch“ aus. Isa Schikorsky: Tipps zum Schreiben von Minigeschichte

Besonders gut geeignet sind Minibücher, um Geschichten oder Gedichte für Kinder zu gestalten, Geschenk- oder Erinnerungsbücher für Erwachsene oder auch visuelle Arbeitshilfen für eigene Schreibprojekte (z. B. Charakterisierung von Figuren, Plotentwicklung).

Minibuch-ArbeitDie Teilnehmerinnen hatten sich bereits Gedanken gemacht, Texte und Bilder mitgebracht. Ihre Bücher sollten zum Beispiel der Enkelin den Abschied von Köln leichter machen, den Sohn ins Studium begleiten, die Tochter in eine geheimnisvolle Welt entführen. Bei der Gestaltung der Texte war zu überlegen: Was soll auf eine Seite? Welche Typografie passt? Welches Papier (farbig oder weiß) soll für den Ausdruck genutzt werden? Am Nachmittag schloss sich die Illustrierung an. Eine Teilnehmerin zeichnete, einige nutzten eigene Fotos. Außerdem wurden Collagen erstellt, besondere Papiere und Bänder ausgewählt. Dazu kamen dann noch die Einbände aus festerem Papier, die ebenfalls gestaltet werden konnten.

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Fünf Teilnehmerinnen – fünf ganz verschiedene Mini-Bücher

Nachmittags um fünf hatte jede Teilnehmerin ein Büchlein fertiggestellt. Und alle hatten Lust, weitere zu kreieren.

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Sylvia Herrmann: Abenteuer in Annes Garten

„Mir hat das Seminar viel Freude gemacht. Es gab vielfältige Anregungen zur Gestaltung des Bilderbüchleins und Hilfe, so oft man sie brauchte. Es war viel Material vorhanden, aus dem man Ausschnitte gebrauchen konnte. Die Zeit hat gerade ausgereicht, um ein Büchlein fertig zu stellen. Vielen Dank für den schönen Tag und die Anregung, mit eigenen Händen etwas zu gestalten.“ (Sylvia Herrmann)

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Barbara Krupp: Sophia zieht um

„Ich fand das Seminar inspirierend und interessant. Vor allem war es toll, die unterschiedlichen Früchte unserer Arbeit zu vergleichen. Waren wir doch alle 5 mit verschiedenen Vorstellungen, Ideen und Hoffnungen auf gutes Gelingen zu Ihnen gekommen. Diese Hoffnungen haben sich erfüllt; ich finde, alle Teilnehmerinnen haben schöne Bücher gestaltet, die sicher auch bei den Beschenkten Anklang finden werden.“ (Barbara Krupp)

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Gaby van Beers: Tim

„Ich habe den kreativen Tag mit Ihnen und den anderen Teilnehmerinnen sehr genossen! Ihre Führung durch den Tag war inspirierend, es herrschte eine schöne Atmosphäre in der Gruppe, und ich habe ganz viel Lust und Vorfreude auf mein nächstes Minibuch-Projekt mitgenommen. Herzlichen Dank dafür!“ (Gaby van Beers)

Ich habe mich ebenfalls sehr gefreut, dass der Tag so harmonisch und erfolgreich verlaufen ist. Und vor allem: Ich habe selbst Spaß am Gestalten von Mini-Bilderbüchern gefunden und schon tausend Ideen.

Probieren Sie es doch auch mal aus. Es macht wirklich total viel Spaß.

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Schreiben im Museum für Angewandte Kunst in Köln

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Museen sind eine unerschöpfliche Fundgrube für Geschichten, Gedichte, Beschreibungen und Reflexionen. Das gilt insbesondere für das Museum für Angewandte Kunst in Köln.

Hier findet am Donnerstag, 2. Februar 2017, von 16 bis 19 Uhr ein Schreibseminar statt. Kosten: 20 Euro (plus Eintritt 10 Euro, den an diesem Tag nur Nichtkölner zahlen müssen). Bitte melden Sie sich per E-Mail (Schikorsky@Stilistico.de) oder telefonisch an (0221 4856490) – Ich freue mich auf Sie!

Das MAKK ist mit seinen Exponaten aus 800 Jahren europäischen Kunsthandwerks und Designs eine der bedeutendsten Sammlungen in Deutschland. Gezeigt werden Schmuck, Geschirr, Gläser, Besteck, Luxus- und Zierobjekte, Möbel und Kleinplastik und vieles mehr. Dazu gehören großartige Kunstwerke wie die „Madonna mit Kind“ (1495) von Tilmann Riemenschneider, aufwendig gestaltete Intarsienmöbel als Zeugnisse großartiger Handwerkskunst und auch manch skurriler Gegenstand wie etwa Genever-Kannen in Form von Mann und Frau.

Schreibtipp  Jedes einzelne Objekt kann zahllose Geschichten erzählen. Wer mag das venezianische Flügelglas geblasen und verziert haben? Wie viel mag der Glasbläser verdient haben? Wie hat er gelebt? Wer hat das Glas gekauft? Aus welchem Anlass? Wer hat was daraus getrunken?  Wie ist es von Venedig nach Köln gekommen? Und was könnte in Zukunft noch mit ihm geschehen? Was würde das Glas selbst über seine Abenteuer und Erlebnisse erzählen? Über die Lippen, die seinen Rand berührten, die Finger in Seidenhandschuhen, die seinen Stiel umfassten, die schwieligen Hände, die es spülten und polierten. Und was alles lässt sich über seine Schönheit schreiben: Die  Zartheit der Gestalt, die Symmetrie der Verzierungen, die fein abgestimmten Blau- und Grüntöne.

Wer hat an dem Schreibtisch aus dem 15. Jahrhundert gesessen? In welchem Flur stand die Uhr von 1792 und wie mag sie geklungen haben? Welche Tafel schmückte das Prunkgeschirr aus Paris? So lässt sich unendlich weiterfragen. Es bleibt Ihrer Fantasie überlassen, die Geschichten dazu zu finden und aufzuschreiben. Viel Spaß dabei!

Weihnachtsschreibtipp: Was die Christbaumkugel erzählt

Sie haben Weihnachten oder zwischen den Jahren endlich Zeit zum Schreiben, suchen aber noch nach einer Idee?

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Dann hören Sie doch einfach mal auf das, was Ihnen eine Kugel an Ihrem Weihnachtsbaum erzählt. Oder der Nussknacker aus dem Erzgebirge. Es kann auch eine der Krippenfiguren sein oder ein einfacher Tannenzweig oder – ich bin sicher, es gibt genügend Gegenstände in Ihrem Umfeld, die liebend gern mit Ihnen plaudern. Mancher kann auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken. Die große Silberkugel schmückte möglicherweise bereits das Weihnachtszimmer der Großeltern, der Nussknacker stand vorher in einer Bude auf dem Weihnachtsmarkt, die Tanne wuchs über viele Jahre im Wald heran.

Und was mag die Christbaumkugel alles beobachtet haben von ihrem Aussichtspunkt? Wie viel Freude und vielleicht auch Kummer? Was alles hat sich in ihrer Oberfläche gespiegelt, wer hielt sie in Händen, wer brachte sie beinahe zu Fall? Und wie und wo verbringt sie die vielen Wochen, in denen sie nicht am Weihnachtsbaum ihre Glanzrolle spielt? Lauschen Sie auch auf die Geschichten, die Ihnen die Christbaumkugel über ihre Mitstreiter erzählt. Sie erfahren bestimmt ganz erstaunliche Dinge. Sicher lästert sie über die Arroganz der Christbaumspitze, berichtet von Rangeleien um die besten Plätze (gut sichtbar, aber nicht zu dicht unter tropfenden Kerzen) und von der unvermutet auftauchenden Konkurrenz aus Holz, Filz oder gar Plastik (!) und schildert ihre Angst davor, dass ein Wechsel des Farbkonzepts (»dieses Jahr schmücken wir alles in Rot«) ihrer Karriere ein ebenso plötzliches wie unrühmliches Ende bereiten könnte.

Ich wünsche Ihnen glückliche Weihnachten mit vielen schönen Geschichten!

 

 

Auf DADAs Spuren

Es war ein großartiges Geburtstagsfest. Im Atelier der Künstlerin Petra Paffenholz trafen sich am 3. März 2016 sieben Schreibbegeisterte, um das hundertjährige Bestehen des Dadaismus auf kreative Weise zu feiern. Als Beginn der Bewegung gilt gemeinhin der 5. Februar 1916, an dem das »Cabaret Voltaire« in Zürich gegründet wurde.

Wir spielten mit dem Zufall, produzierten Nonsens und jonglierten mit Buchstaben, Silben und Wörtern. Es machte unheimlich viel Spaß, ein dadaistisches Gedicht nach Tristan Tzara zu schreiben. Wir folgten seiner Anweisung: Die Wörter eines Zeitungsartikels ausschneiden, in eine Tüte geben, ordentlich schütteln und dann Wort für Wort wieder herausnehmen und abschreiben bzw. hintereinanderlegen. Fertig ist das Gedicht. So wird man nach Tzara zu einem »unendlich originellen Schriftsteller«.

Ebenso vergnüglich war es, Kühlschrankpoesie aus einem Häufchen Silben und Wörtern zu gestalten oder Collagen, für die Herta Müllers Collagenkunst uns wunderbare Beispiele lieferte.

 

Komischerweise fiel es gar nicht so leicht wie gedacht, wirklich sinnfreie Texte zu schaffen. Der Mensch scheint ein tiefes Bedürfnis nach Bedeutung zu haben. Ich ertappte mich dabei, dass sich bei der Durchsicht von Illustrierten immer wieder nach Zusammenhängen suchte und Wörter ausschnitt, die auf irgendeine Weise zueinanderpassten. Dabei entsprach genau das eben nicht den Intentionen der Dadaisten.

Und wie haben Sie den DADA-Geburtstag gefeiert?

Schreiben: Sinnenrausch Weihnachtsmarkt

Weihnachtsgeschichten-30Weihnachtsmärkte berauschen mit Lichterglanz, Mandelduft und Glockenklang. Zwischen den geschmückten Buden warten zahllose wunderbare Schreibideen. Wie wäre es, wenn Sie Ihre Lieben in diesem Jahr mit einer selbst verfassten Weihnachtsgeschichte überraschen? Vielleicht sind Sie sogar in der nächsten Anthologie »Weihnachtsgeschichten am Kamin« mit einem eigenen Beitrag vertreten.
Ein adventlicher Schreibabend in Köln stimmt Sie ein. Mit geschärften Sinnen bummeln Sie zunächst über den »Markt der Engel«. Dabei finden Sie ganz sicher Stoff für Ihre ganz spezielle Weihnachtsgeschichte. Die können Sie anschließend im Schreibraum in der Schönsteinstraße gestalten und in gemütlicher Runde bei Punsch, Gebäck und Kerzenschein vorstellen. Bitte melden Sie sich bis zum 1. Dezember 2016 telefonisch (0221 4856490) oder per E-Mail an. Ich freue mich auf Sie!
Termin: Donnerstag, 3. Dezember 2015, 17–21 Uhr, 30 Euro (inkl. Punsch und Gebäck)
Treffpunkt: Vor dem Haupteingang der Mayerschen Buchhandlung, Neumarkt 2, 50667 Köln-Zentrum. Fortsetzung des Seminars: Schönsteinstraße 12A, 50825 Köln-Ehrenfeld

Weihnachtsgeschichten-30Wenn Sie noch ein Weihnachtsgeschenk suchen, das der ganzen Familie Spaß macht, dann empfehle ich Ihnen diese Anthologie mit Weihnachtsgeschichten, die jetzt zum dreißigsten Mal erschienen ist. 47 Geschichten sind es diesmal, alle bestens zum Vorlesen geeignet. Sie erzählen von Weihnachten früher und heute, manchmal ein bisschen sentimental, manchmal nachdenklich, manchmal witzig, aber immer stimmungsvoll und mit viel Gefühl. Besonders ans Herz legen möchte ich Ihnen die Texte von Petra Daniels, Liz Echelmeyer und Anja Puhane.

Für Kinder schreiben auf Erich Kästners Spuren

KaestnerIn seinen Kinderbüchern versucht Erich Kästner, seine verlorene Kindheit wiederzugewinnen. In der Fiktion verwandelt er die »gemischten Gefühle« und Erfahrungen seiner realen Kinderjahre in eine ideale Wunschkindheit. Tatsächlich gehört es zu den besonderen Fähigkeiten des Autors, Kinderfiguren schaffen zu können, deren Denken und Handeln authentisch wirkt.

Das habe ich in meiner Biografie (dtv 1998, S. 67) über das Erfolgsgeheimnis von Erich Kästner als Kinderbuchautor geschrieben. Er hat sich an die Gefühle seiner Kindheit erinnert und sie auf die Helden seiner Kinderromane wie Emil Tischbein, Pony Hütchen oder Anton Gast übertragen, die dadurch eine überzeitlich wirksame Glaubwürdigkeit gewonnen haben. Wenn Sie mehr über Kästners Schreibweisen, seine Biografie und die große Liebe zu seiner Heimatstadt Dresden erfahren möchten, dann sollten Sie vom 21. bis 23. Oktober 2015 mit in die sächsische Metropole reisen. Lassen Sie sich im Schreibseminar von Kästner zu eigenen Kindergeschichten inspirieren und lernen Sie außerdem den Autor besser kennen durch einen Vortrag, einen Besuch des Kästner-Museums und einen literarischen Spaziergang.

Hier erfahren Sie mehr.

Wenn Sie nicht mit dabei sein können, lassen Sie sich einfach durch den folgenden Tipp anregen:

Kindheitsemotionen

Der ideale Kinderbuchautor ist nach Erich Kästner derjenige, der sich an seine Kindheit erinnert und noch in enger Beziehung zu ihr steht. Ein guter Rat, dem Sie folgen sollten. Erinnern Sie sich an Ihre Kindheit, und zwar vor allem an prägende Erlebnisse und die damit verbundenen SchreibtippGefühle. Wie war das damals, als Sie sich rächen wollten, gelogen haben, sich als Siegerin fühlten, vor Freude tanzten oder ganz furchtbar wütend waren? Schreiben Sie die Geschichte auf, erst in der Ich-Form, so wie Sie sie damals erlebt und empfunden haben. Anschließend können Sie die Perspektive wechseln und das Geschehen aus der Sicht einer erfundenen Kinderfigur in der dritten Person schildern. So schaffen Sie glaubwürdige Charaktere, mit denen junge Leser mitfiebern können. Denn die Lebensumstände mögen sich im Laufe der Generationen ändern, die Gefühle jedoch bleiben dieselben.

Und wenn Sie nach weiteren Anregungen zum Schreiben an inspirierenden Orten Ausschau halten, dann ist Kreativ unterwegs das richtige Buch für Sie. Eine Leseprobe mit fünf Schreiborten erhalten Sie als E-Book gratis.

 

Schreiben in der Kölner Flora

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Phantastische Flora,
duftend, rankend, kletternd,
mit tollem Aroma.
(Joachim Berger)

Mit diesem Ritornell drückte Joachim Berger seine Begeisterung für eine Kölner Sehenswürdigkeit aus, die oft nicht richtig gewürdigt wird. Vielleicht, weil sie nichts kostet? Jedenfalls ist der Botanische Garten mit der Flora ein großartiger Ort: Bei freiem Eintritt täglich geöffnet, lädt er zu Spaziergängen ein, die auf kurzem Weg durch Heide-, Alpen- und Wüstenlandschaften führen. Ein idealer Platz für Entdeckungen, zum Entspannen und natürlich zum Schreiben.

Der Ginkgo

Flora-GingkoUnser Frühlingsmorgen in der Flora begann sonnig, aber kühl. Und er führte uns zuerst zum imposanten Ginkgobaum, denn nirgendwo sonst lässt sich besser erkennen, wie Naturlyrik funktioniert. Goethe überträgt in seinem Gedicht »Ginkgo biloba« auf eindrucksvolle Weise die Eigenschaft des Blattes auf das menschliche Wesen und das der Liebe.

Ist es Ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt,
Sind es zwey die sich erlesen,
Daß man sie als Eines kennt.
(Johann Wolfgang von Goethe)

Ehrfurcht vor dem Klassiker kannten die Teilnehmenden nicht, wenn sie über den Ginkgo etwa dichteten:

Gemeinsam, einheitlich, natürlich
in Eintracht, Harmonie, manierlich
so macht er auf „bella figura“:
sonnendurchstrahlt – ganz in natura!
(Carola Grün)

In der Folge entdeckten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen auf ihren Streifzügen durch den Garten viele andere Pflanzen, die ihre Aufmerksamkeit weckten, weil deren Namen oder Eigenschaften menschliches Dasein und Handeln symbolisieren. Aus den Beobachtungen gestalteten sie Prosaminiaturen, Ritornelle und Haikus.

Die Iris

Iris Blätter flügelgleich
ganz blau-blau-blau, getrennte Richtung
so wechselhaft auch diese Dichtung: im Farbenreich!
(Carola Grün)

Flora-Iris

Der Enzian

Der Enzian ist ein Blaublütler,
er macht auch Menschen blau.
Daher braucht der Trinker einen Behüter,
sonst ist er schnell Mau-Mau.
(Joachim Berger)

Japanischer Schneeball

Mandelaugen sahen dich zuerst
in einem Land umgeben vom Stillen Ozean,
jetzt erschütternd verseucht durch menschliche Dummheit.
Dummheit, die die Fülle der Natur nicht erkennt.
Nicht erkennt deine überbordenden Kaskaden der Schönheit,
dargeboten von Blüten rund wie Schneebälle.
(Inge Kurtenbach)

Der alle Sinne anregende Vormittag klang im Terrassencafé »Dank Augusta« aus. Nächstes Frühjahr heißt es sicher wieder »Schreiben in der Flora«.

Flora-Buecher

Schreibtipp

Haben Sie Lust, ein Ritornell zu schreiben?

Anregungen finden Sie überall in Gärten und Parks. Ein Ritornell (ital. »Refrain«, »Wiederholung«, abgeleitet aus »ritornare«: »zurückkommen«) ist eine aus der italienischen Volksdichtung stammende Gedichtform. Es besteht aus drei Zeilen (1. meist fünf bis sieben Silben; 2. und 3. elf Silben), das Reimschema lautet meist a-x-a, seltener x-a-a oder a-a-x; ein x bezeichnet dabei reimlose Zeilenschlüsse. Im deutschen Sprachraum wird im ersten Vers gern eine Blume angerufen.

Die Myrte

Flora-Myrthe

Blühende Myrte –
Ich hoffte süße Frucht von dir zu pflücken;
Die Blüte fiel; nun seh ich, daß ich irrte.
(Theodor Storm)