Archiv der Kategorie: Schreibimpulse

Schreibimpuls: Rheinsagen weiterschreiben

RheinsagenDichter wie Clemens Brentano, Friedrich Schlegel und Heinrich ­Heine gerieten ins Schwärmen, als sie vor gut zweihundert Jahren den Rhein als Gegenstand der Literatur entdeckten. Der Fluss und die »kühnen Burgen auf wilden Felsen« inspirierten sie zu Gedichten, Sagen und Märchen. Die Landschaft wurde zum Mythos stilisiert. Das Rheintal erschien den Romantikern als Zeugnis unverfälschter Natur, aber auch als Spiegel für Heimatlosigkeit und Vereinsamung. Und heute? Regt uns das Unesco-Weltkulturerbe noch immer zum Dichten an? Probieren Sie es aus, indem Sie sich von einem romantischen Text inspirieren lassen. Weiterlesen

Schreibtipp: Begegnungen an geheimnisvollen Orten


Erprobt wurde diese Schreibübung von einer Gruppe im Gartenreich von Wörlitz. Dort regt allein schon ein Blick auf den Plan der Anlage die Fantasie an: Piemonteser Bauernhaus, Amaliengrotte, Floratempel – Bauwerke, deren Namen bereits Geschichten erzählen. Aber auch in jeder Stadt, jedem Dorf und überall sonst in der Natur gibt es geheimnisvolle Orte. Weiterlesen

Lockerungsübung: automatisch schreiben

automatisches Schreiben

Wer mit dem Schreiben beginnt, leidet zuweilen unter Schreibhemmungen. Oft steckt dahinter ein Streben nach Perfektionismus, dem die Vorstellung zugrunde liegt, jede Formulierung müsse bis in alle Ewigkeit so stehen bleiben. Mit zunehmender Schreibpraxis verliert sich das Gefühl meist, man schreibt unbekümmerter, weil man weiß, dass sich alles immer wieder korrigieren lässt. Wenn es aber bei neuen oder besonders wichtigen Projekten einmal hakt, wenn man keinen Anfang findet und frustriert aufs weiße Blatt oder den blinkenden Cursor des Monitors starrt, kann es sinnvoll sein, auf eine kreative Methode zurückzugreifen, gewissermaßen als Lockerungs- und Entspannungsübung. Weiterlesen

Labyrinth des Lebens

PantherMedia B2240461

Zu vielen alten Gärten gehört ein Labyrinth. Ein besonders anregendes findet sich in den Wörlitzer Anlagen. Es hat nicht den spielerischen Charakter eines barocken Irrgartens, sondern ist als Allegorie auf das menschliche Leben im Sinne der Aufklärung zu verstehen. Lassen Sie sich davon anregen. Wandern Sie durch das Labyrinth in Neumarks Garten. Kein Labyrinth in der Nähe? Macht nichts. Gehen Sie durch einen Park, am besten durch einen, den Sie noch nicht kennen. Weiterlesen

Schreibtipp: Geruchscollage

schreiben-duftGerüche haften am längsten im Gedächtnis und zaubern intensive Bilder aus der Erinnerung hervor. So verbindet sich der Duft von Zimt möglicherweise mit der Weihnachtsbäckerei in der Kindheit, ein Hauch von Lavendel lässt an den Kleiderschrank der Großmutter denken. Aber: Gerüche lassen sich sehr schwer beschreiben, weil es dafür keine adäquaten Wörter gibt. Als Ersatz dienen Gegenstände (Leder, Heu), Ableitungen davon (rauchig, blumig), Geschmackseindrücke (süß, säuerlich) oder die Wirkung (»Er presste sich ein Taschentuch vor die Nase«). Sammeln Sie Gerüche im Park, in der Stadt, in einem Café, in Ihrer Wohnung oder Ihrer Erinnerung. Weiterlesen

Schreibmotivation erkunden

Schreibmotivation

Freude ist eine wichtige Schreibmotivation (Foto: Panthermedia)

Wie arbeiten Autoren eigentlich? Wie organisieren sie die kreativen Prozesse? Welches Selbstverständnis prägt sie?  Diese Fragen stellten sich mir, als ich das Literaturmuseum der Moderne in Marbach besuchte. Dort erhält man spannende Einblicke in die Entstehung von Literatur. Wer die Lebensdokumente, Fundstücke, Zettelkästen, Notizbücher und Manuskripte der Schriftsteller und Schriftstellerinnen betrachtet, entwickelt ein Gespür für das eigene Tun und kann sich Klarheit verschaffen über individuelle Motive und Absichten seines Schreibens. Weiterlesen

ABC der Erinnerungen: Lebensgeschichten schreiben

ABC-1

Die Geschichte des eigenen Lebens aufzuschreiben: Diesen Wunsch haben viele Menschen. Sehr oft habe ich erlebt, wie das Projekt mit Begeisterung geplant und begonnen wurde – und nach einiger Zeit wieder ins Stocken geriet. Das ist verständlich, denn je intensiver man sich mit seinen Erinnerungen beschäftigt, desto mehr türmen sie sich in der Vorstellung vor einem auf, bis der Berg so Furcht einflößend hoch ist, dass man die Hoffnung verliert, ihn jemals bewältigen zu können. Das ist der Moment, wo die Bruchstücke der Autobiografie in den Tiefen des Computers oder der berühmten Schreibtischschublade verschwinden. Weiterlesen