Archiv der Kategorie: Schreibratgeber

Schreiben auf Reisen – zwei Ratgeber und ein Seminar

Schreiben-auf-Reisen

Sommerzeit ist Reisezeit. Und wer gern schreibt, hält seine Erlebnisse nicht nur im Bild, sondern auch im Text fest. Die folgenden beiden Bücher halten eine Menge Tipps und Anregungen bereit. Weiterlesen

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Werbemittel Leseexemplare

Leseexemplare

Ihr Buch ist erschienen. Ein wunderbares Gefühl für jeden Schreibenden. Doch die Arbeit ist damit noch nicht zu Ende. Jetzt kommt es darauf an, dass es sein Publikum findet. Die wichtigste Währung für eine Neuerscheinung ist Aufmerksamkeit. Das Buch muss wahrgenommen werden, sonst verkauft es sich nicht. Durch Werbeanzeigen, Lesungen, Social-Media-Kampagnen, Besprechungen in den Medien, Empfehlungen durch Buchhändler oder – etwa bei Amazon oder Lovelybooks – durch die Leser wird die literarisch interessierte Öffentlichkeit angesprochen. Weiterlesen

Der Stoff, aus dem Geschichten werden

Erzaehlstoff

»Stoff, das fiktive oder realistische Material, das durch einen Autor gestaltet wird, der erfundene oder in Mythos, Religion, Geschichte, Zeitereignissen oder in der Dichtung anderer Autoren gefundene Geschehniszusammenhang (Fabel, Plot), den er einer Dichtung zugrunde legt.« So definiert der Literatur-Brockhaus den Begriff »Stoff«. Im Grunde hat der literarische Stoff dieselbe Funktion wie ein Kleider- oder Gardinenstoff: Er ist das Material, aus dem Geschichten geschneidert werden. Wie kommt man an einen geeigneten Stoff? Weiterlesen

Tanja Rörsch: »Praxishandbuch Buchmarketing«

Tanja Rörsch: Praxishandbuch BuchmarketingMöglicherweise ist das auch Ihre Wunschvorstellung: Sie beschränken sich ganz aufs Schreiben und andere kümmern sich darum, dass die fertigen Produkte zu den Lesern kommen. Doch ich muss Sie enttäuschen. Auch wenn Ihr Buch in einem Verlag erscheint, in dem Marketingprofis tätig sind, Sie müssen leider raus aus Ihrer Komfortzone. Sogar Bestsellerautoren müssen zu Interviews, Fototerminen und Lesereisen bereit sein. Kleine und mittlere Verlage wünschen oder fordern von ihren Autoren, dass sie in den sozialen Netzwerken aktiv sind und in verschiedenen Medien für ihr Buch werben. Wer selbst veröffentlicht, ist gezwungen, die gesamte Vermarktung in Eigenregie zu organisieren. Sinnvoll ist es, sich zunächst einmal einen Überblick über die Möglichkeiten zu verschaffen. Dazu ist das Praxishandbuch von Tanja Rörsch sehr gut geeignet. Weiterlesen

Buchtipp: »Der deutsche Wortschatz« von Franz Dornseiff

DornseiffWie oft hat man das Gefühl, die deutsche Sprache besitze zu wenige Wörter. Dreimal haben Sie in einem kurzen Absatz schon gehen geschrieben. Hat man Ihnen nicht im Aufsatzunterricht zu vermitteln versucht, dass Wiederholungen unschön sind und deshalb vermieden werden sollen? Nun also, welche Synonyme, d. h. Wörter mit gleicher oder ähnlicher Bedeutung, gibt es zu gehen? Glücklicherweise sitzen Sie nicht mehr im Klassenzimmer und dürfen deshalb Hilfsmittel benutzen. Bekannt sind Ihnen vermutlich das Synonymwörterbuch des Duden (Band 8), das sinn- und sachver­wandte Wörter enthält, und die Thesaurus-Funktion von »Word«, die sich unter dem Menüpunkt Überprüfen verbirgt. Im »Word«-Thesaurus finden Sie immerhin zehn Verwandte des Gehens, unter anderem stolzieren, stelzen, walzen, schreiten. Im Synonymwörterbuch des Duden erfahren Sie, dass gehen in anderen Bedeutungen auch kündigen, funktionieren oder verkaufen heißen kann. Wenn Sie aber zu fortbewegen zurückblättern, treffen Sie auch hier auf eine hübsche Liste, zu der unter anderem schlurfen, schlurren, watscheln, pesen und wetzen gehören, aber etwa auch über den großen Onkel gehen oder wie ein Storch im Salat gehen. Weiterlesen

Marketinginstrument Buchtitel

 

BuecherregalSo schwer es oft ist, einen passenden Namen für ein Kind zu finden, so schwer ist es, einem Roman, einer Erzählung oder einem Sachbuch einen passenden Titel zu geben. Ist das nicht egal?, werden Sie jetzt vielleicht fragen, weil Sie wissen, dass der Verlag den Titel festlegt. Nein, das ist es nicht. Natürlich haben Sie recht, den endgültigen Titel ersinnen Lektorat und Marketingabteilung des Verlags. Er soll möglichst viele potenzielle Kunden zum Kauf verführen. Doch Ihre Aufgabe ist zunächst Werbung in eigener Sache: Ein attraktiver Arbeitstitel soll den Lektor neugierig auf Ihr Manuskript machen. Wichtig ist der Titel darüber hinaus bei Beiträgen, die Sie zu Wettbewerben oder Anthologien einreichen. Und wenn Sie Ihre Werke selbst publizieren, müssen Sie selbst auf Werbewirksamkeit achten. Weiterlesen

Literarische Figuren entwickeln mit den »Big Five«

Playmobil-People-(3-von-10)Bei der psychologischen Ausstattung von Figuren können die Ergebnisse der Persönlichkeitsforschung interessante Anregungen geben. Zwar empfindet sich jeder Mensch als einzigartig, trotzdem bemühen sich Wissenschaftler immer wieder darum, Charaktertypen zu bestimmen, also nicht die Unterschiede, sondern die Ähnlichkeiten herauszustellen. Ausgehend von der antiken Temperamentenlehre, die zwischen Cholerikern, Melancholikern, Phlegmatikern und Sanguinikern unterscheidet, also zwischen reizbaren, depressiven, schwerfälligen und lebhaften Menschen, entstanden im Laufe der Jahrhunderte immer wieder neue Theorien. Dass fünf unabhängige und weitgehend kulturstabile Faktoren die Persönlichkeit des Menschen bestimmen, haben Forscher in den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts herausgefunden. Die »Big Five«, wie sie auch genannt werden, sind bipolar, das heißt, die Ausprägungen lassen sich in einem Spektrum zwischen jeweils zwei Extremen bestimmen:

  1. Neurotizismus meint den Umgang mit negativen Emotionen zwischen Labilität und Stabilität.
  2. Das zwischenmenschliche Verhalten pendelt zwischen geselliger, aktiver Extraversion und zurückhaltender Introversion.
  3. Der Offenheit für Neues und Experimentierfreude stehen Orientierung an Bekanntem und Bewährtem sowie konservative Einstellungen gegenüber.
  4. Verträglichkeit bezieht sich auf das interpersonelle Verhalten und kann altruistisch und empathisch oder egozentrisch und misstrauisch sein.
  5. Gewissenhaftigkeit umfasst das Spektrum zwischen planend und zuverlässig bis zu spontan und unstrukturiert.

Die Ergebnisse der Persönlichkeitspsychologie werden vor allem von Unternehmen für Personalauswahl, Karriereentwicklung und Teambildung genutzt. Ihnen als Autorin oder Autor können die Kategorien bei der Entwicklung Ihrer Hauptfiguren helfen. Im Internet finden sich entsprechende Tests mit Fragen und Auswertungen, mit deren Hilfe sich Persönlichkeitsprofile herausarbeiten oder schärfen lassen. Es ist aufschlussreich, einen solchen Test nicht für sich selbst, sondern für den Protagonisten auszufüllen. Man merkt dabei sehr deutlich, wenn man – möglicherweise ohne es zu wollen – ein Abziehbild seiner selbst geschaffen hat oder noch zu wenig über die Figur weiß. Hilfreich ist solch ein Test auch, wenn es schwerfällt, beide Seiten einer Figur zu sehen, also beim Bösewicht die positiven Eigenschaften und bei einer liebenswerten Person die negativen. Da die »Big Five« mehrere Dimensionen einer Persönlichkeit beleuchten, wird der Blick in gleicher Weise auf Schwächen wie Stärken gelenkt. Und schließlich werden durch die Analyse die Grundbedürfnisse gut sichtbar. Wenn also beispielsweise die Auswertung für Ihren Protagonisten ergibt, dass er überdurchschnittlich leistungsorientiert ist und nach Anerkennung strebt, haben Sie damit einen guten Hebel, um einen Konflikt zu entwickeln: Diese Figur wird aktiv, wenn man ihre Leistung nicht honoriert, wenn sich vielleicht sogar ein anderer damit schmückt.

Mehr zum Thema: Isa Schikorsky: Helden, Helfer und Halunken. Perfekte Figuren für Ihren Roman. Ein Schreibratgeber. Norderstedt: BoD 2014