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Schreiben im Museum für Angewandte Kunst in Köln

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Museen sind eine unerschöpfliche Fundgrube für Geschichten, Gedichte, Beschreibungen und Reflexionen. Das gilt insbesondere für das Museum für Angewandte Kunst in Köln.

Hier findet am Donnerstag, 2. Februar 2017, von 16 bis 19 Uhr ein Schreibseminar statt. Kosten: 20 Euro (plus Eintritt 10 Euro, den an diesem Tag nur Nichtkölner zahlen müssen). Bitte melden Sie sich per E-Mail (Schikorsky@Stilistico.de) oder telefonisch an (0221 4856490) – Ich freue mich auf Sie!

Das MAKK ist mit seinen Exponaten aus 800 Jahren europäischen Kunsthandwerks und Designs eine der bedeutendsten Sammlungen in Deutschland. Gezeigt werden Schmuck, Geschirr, Gläser, Besteck, Luxus- und Zierobjekte, Möbel und Kleinplastik und vieles mehr. Dazu gehören großartige Kunstwerke wie die „Madonna mit Kind“ (1495) von Tilmann Riemenschneider, aufwendig gestaltete Intarsienmöbel als Zeugnisse großartiger Handwerkskunst und auch manch skurriler Gegenstand wie etwa Genever-Kannen in Form von Mann und Frau.

Schreibtipp  Jedes einzelne Objekt kann zahllose Geschichten erzählen. Wer mag das venezianische Flügelglas geblasen und verziert haben? Wie viel mag der Glasbläser verdient haben? Wie hat er gelebt? Wer hat das Glas gekauft? Aus welchem Anlass? Wer hat was daraus getrunken?  Wie ist es von Venedig nach Köln gekommen? Und was könnte in Zukunft noch mit ihm geschehen? Was würde das Glas selbst über seine Abenteuer und Erlebnisse erzählen? Über die Lippen, die seinen Rand berührten, die Finger in Seidenhandschuhen, die seinen Stiel umfassten, die schwieligen Hände, die es spülten und polierten. Und was alles lässt sich über seine Schönheit schreiben: Die  Zartheit der Gestalt, die Symmetrie der Verzierungen, die fein abgestimmten Blau- und Grüntöne.

Wer hat an dem Schreibtisch aus dem 15. Jahrhundert gesessen? In welchem Flur stand die Uhr von 1792 und wie mag sie geklungen haben? Welche Tafel schmückte das Prunkgeschirr aus Paris? So lässt sich unendlich weiterfragen. Es bleibt Ihrer Fantasie überlassen, die Geschichten dazu zu finden und aufzuschreiben. Viel Spaß dabei!

Weihnachtsschreibtipp: Was die Christbaumkugel erzählt

Sie haben Weihnachten oder zwischen den Jahren endlich Zeit zum Schreiben, suchen aber noch nach einer Idee?

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Dann hören Sie doch einfach mal auf das, was Ihnen eine Kugel an Ihrem Weihnachtsbaum erzählt. Oder der Nussknacker aus dem Erzgebirge. Es kann auch eine der Krippenfiguren sein oder ein einfacher Tannenzweig oder – ich bin sicher, es gibt genügend Gegenstände in Ihrem Umfeld, die liebend gern mit Ihnen plaudern. Mancher kann auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken. Die große Silberkugel schmückte möglicherweise bereits das Weihnachtszimmer der Großeltern, der Nussknacker stand vorher in einer Bude auf dem Weihnachtsmarkt, die Tanne wuchs über viele Jahre im Wald heran.

Und was mag die Christbaumkugel alles beobachtet haben von ihrem Aussichtspunkt? Wie viel Freude und vielleicht auch Kummer? Was alles hat sich in ihrer Oberfläche gespiegelt, wer hielt sie in Händen, wer brachte sie beinahe zu Fall? Und wie und wo verbringt sie die vielen Wochen, in denen sie nicht am Weihnachtsbaum ihre Glanzrolle spielt? Lauschen Sie auch auf die Geschichten, die Ihnen die Christbaumkugel über ihre Mitstreiter erzählt. Sie erfahren bestimmt ganz erstaunliche Dinge. Sicher lästert sie über die Arroganz der Christbaumspitze, berichtet von Rangeleien um die besten Plätze (gut sichtbar, aber nicht zu dicht unter tropfenden Kerzen) und von der unvermutet auftauchenden Konkurrenz aus Holz, Filz oder gar Plastik (!) und schildert ihre Angst davor, dass ein Wechsel des Farbkonzepts (»dieses Jahr schmücken wir alles in Rot«) ihrer Karriere ein ebenso plötzliches wie unrühmliches Ende bereiten könnte.

Ich wünsche Ihnen glückliche Weihnachten mit vielen schönen Geschichten!

 

 

Bremerhaven ist eine Reise wert – vor allem eine Schreibreise

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Liz Echelmeyer kennt beides: Bremerhaven und Stilistico Schreibkultur. Seit zehn Jahren besucht sie Schreibseminare an den schönsten Orten in Deutschland. Mit Bremerhaven verbindet sie besonders eindrucksvolle Erlebnisse, an denen sie Sie gerne teilhaben lässt:

Ich muss sagen, ich freue mich schon sehr auf das Stilistico-Seminar im September. Bremerhaven bietet einen beeindruckenden Hintergrund für ein „Schreiben auf Reisen“:

An der Weser glaubt man bei Flut am Meer zu stehen.

Im Klimahaus wandert man durch das Museum am Längengrad „8 Grad Ost“ = Bremerhaven entlang von der Nordsee bis in die Antarktis, erlebt in jedem der Länder original das dort herrschende Klima, seine Fauna und Flora und erfährt, welche Möglichkeiten wir haben, das alles zu schützen.

Im Deutschen Auswandererhaus empfindet man anhand einer Chipkarte das Schicksal eines konkreten Auswanderers nach. Beim Gang durch die Nachbildung seines damaligen Schiffes hört, sieht und liest man die Geschichte seiner Hoffnungen, Ziele, Ängste auf der ungewissen Reise in sein Traumland USA.

Das Alfred Wegener Institut (AWI) als Helmholtz-Forschungszentrum untersucht Polargebiete und Meere u. a. mit den drei Neumayer-Stationen in der Antarktis. Im Labor in Bremerhaven sahen wir eine gerade angelieferte Eissäule, die tief aus der Antarktis quasi heraufgebohrt worden war. Ihre Sedimentschichten geben deutliche Auskunft über das, was sich in Millionen Jahren Erdgeschichte aufeinander abgelagert hat.

Eine Rundfahrt durch den Fischereihafen lässt Fernweh aufkommen.

Das „Atlantic Hotel Sail City“ ragt gleich einem Riesensegel am Ufer der Weser empor wie der Burj al Arab in Dubai. Das Restaurant bietet leckeres Essen und eine Aussicht auf den Strom, die unsere Reiseträume sofort mit auf große Fahrt nimmt.

Ist das nicht eine perfekte Szenerie für ein Stilistico-Schreibseminar über das Reisen?!

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Wenn Sie jetzt auch Lust bekommen haben, in Bremerhaven mit Blick auf Hafen und Deich über Ihre Reiseerlebnisse zu schreiben, freue ich mich auf Ihre Anmeldung.

Alle Informationen dazu finden Sie hier.

Zwanzig Tipps für perfekte Figuren

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  1. Sie können nicht zu viel über Ihre Figuren wissen.
  2. Beginnen Sie erst mit dem Schreiben, wenn Ihre Haupt­figuren für Sie zu guten Bekannten geworden sind.
  3. Damit Sie bei der Entwicklung der Handlung nicht den Protagonisten aus dem Blick verlieren, empfiehlt es sich, den Plot von der Hauptfigur aus zu entwickeln: Dieser Roman handelt von Karl, der sich in Karla verliebt hat. Er …
  4. Schreiben Sie zu jeder handlungsrelevanten Figur eine Biografie als fortlaufenden Text, orientieren Sie sich dabei an der Liste mit Aspekten der Figurenentwicklung.
  5. Machen Sie sich Gedanken darüber, wie Ihre Figur zu der wurde, die sie ist, und was sie für die Zukunft anstrebt.
  6. Lieben Sie Ihre Figuren, selbst wenn sie sich nicht liebenswert verhalten. Wenn Sie Ihre Figuren nicht schätzen, wird es auch der Leser nicht tun.
  7. Wenn Sie das Gefühl haben, mit Ihren Figuren noch nicht hinreichend vertraut zu sein, versuchen Sie sie besser kennenzulernen.
  8. Prüfen Sie am Ende der Konzeptionsphase Biografie und Plot im Wechsel: Hat der Protagonist ein Ziel? Gibt es genügend Widerstände und antagonistische Gegenkräfte? Wird sein Leidenspotenzial voll ausgereizt? Überzeugt der Schluss?
  9. Gestalten Sie gemischte, mehrdimensionale Charaktere. Ein positiver Held sollte ein Laster oder einen dunklen Fleck haben, ein negativer Held zumindest eine anerkennenswerte Eigenschaft.
  10. Prüfen Sie, ob Sie Ihrer Hauptfigur all die Eigenschaften mitgegeben haben, die sie benötigt, um ihre Aufgabe erfüllen zu können.
  11. Beachten Sie das Prinzip der Erzählökonomie: Haben Sie sich bei der Figurenentwicklung auf Eigenschaften konzentriert, die für die Handlung relevant sind? Stellen Sie im Erzähltext selbst die Hauptfigur ausführlich und die Nebenfiguren nur knapp vor.
  12.  Achten Sie auf Abwechslung: Die verschiedenen Figuren sollten sich in ihrem Äußeren und ihrem Charakter deutlich unterscheiden.
  13. Wenn Sie unsicher sind, welche von mehreren Figuren die Hauptrolle übernehmen soll, entscheiden Sie sich am besten für diejenige, die in den stärksten Konflikt gerät, die meisten Probleme zu lösen hat, am schwersten leiden muss und das größte Handlungspotenzial besitzt.
  14. Berücksichtigen Sie, dass Figuren emotional dann überzeugen, wenn sie dem Leser ein Stück weit vertraut und ein Stück weit fremd sind.
  15. Handelt Ihr Protagonist motiviert und glaubwürdig?
  16. Vermeiden Sie Klischees und Stereotype: Unterlaufen Sie die Erwartungen der Leser an entscheidenden Punkten.
  17. Legen Sie vor Schreibbeginn die Erzählperspektive(n) fest. Wenn Sie unsicher sind: Experimentieren Sie mit verschiedenen Möglichkeiten, bevor Sie sich endgültig entscheiden.
  18. Führen Sie im Erzähltext den Protagonisten möglichst früh ein, damit der Leser sich schnell eine konkrete Vorstellung machen kann. Im Idealfall ist er schon ein wenig vertraut mit der Hauptfigur, bevor das Ereignis stattfindet, das die Handlung in Gang setzt und die Konflikte heraufbeschwört.
  19. Verwenden Sie Darstellungsformen wie Erzählerbericht und Beschreibung maßvoll, bevorzugen Sie die szenische Gestaltung, weil die Figuren nur im Handeln lebendig ­werden.
  20.  Statten Sie Ihre Figuren mit individuellen Spracheigenheiten aus. Achten Sie darauf, dass nicht der Erzähler über deren Köpfe hinweg mit dem Leser kommuniziert.

Aus: Helden, Helfer und Halunken. Perfekte Figuren für Ihren Roman. Ein Schreibratgeber (2014), S. 189 f.

Kreativ unterwegs: Vorschau auf die Stilistico-Schreibseminare 2015

Binz-2014Zugegeben: Ich bin spät dran in diesem Jahr. Aber jetzt nimmt das neue Programm Gestalt an. Die Reisen sind geplant, Website und Broschüre werden gerade gestaltet und Ende November ist alles fertig. Für alle, die schon mal ein wenig schauen möchten oder bereits Urlaubspläne für 2015 schmieden, gibt es hier einen Vorgeschmack auf das, was Sie erwartet:

  • Basisseminar Erzählen: Figuren. Perfekte Figuren für Ihre Romane und Erzählungen. 20.03.–22.03. in Ahrweiler (400 Euro; inkl. 2 Übernachtungen)
  • Schreibwerkstatt auf Rügen. Intensive Schreibwoche am Meer. 26.–30.05. im Ostseebad Binz (350 Euro)
  • Schreiben und entspannen im Park. Zauberhafte Gartenlandschaften inspirieren. 18.06.–21.06. in Kleve (550 Euro; inkl. 3 Übernachtungen)
  • Vier Tage für Ihren Roman. Frischer Schwung für Ihr Schreibprojekt. 07.07.–10.07. in Leverkusen (176 Euro)
  • Geschichten vom Reisen. Schreiben mit Weitblick über Hafen und Deich. 18.09.–20.09. in Bremerhaven (415 Euro; inkl. 2 Übernachtungen)
  • Geschichten des Lebens. Autobiografien und Familiengeschichten schreiben. 14.10.–16.10. in Ahrweiler (400 Euro; inkl. 2 Übernachtungen)
  • Für Kinder schreiben auf Kästners Spuren. Geheimnisse des Kinderbuchautors entdecken. 21.10.–23.10. in Dresden (445 Euro; inkl. 2 Übernachtungen)

Vormerkungen sind ab sofort möglich (Schikorsky@Stilistico.de). Ende November finden Sie ausführliche Informationen zu jedem Seminar unter www.Stilistico.de. Gern können Sie auch ein gedrucktes Programm anfordern.  Ich freue mich über Ihr Interesse!