Archiv der Kategorie: Schreibtipps

Mit allen Sinnen schreiben

MitallenSinnen-BlogViele Menschen glauben, um fiktionale Texte verfassen zu können, sei eine besondere Einbildungskraft erforderlich. »Ich würde ja gerne schreiben, aber ich habe leider überhaupt keine Fantasie«, höre ich immer wieder. Ein Irrtum. Über die Fähigkeit, lebendig und authentisch zu erzählen, entscheidet nicht das »Ausdenken«, sondern das bewusste Wahrnehmen und die Erinnerung an Wahrgenommenes. Das gilt für realistische Literatur in gleicher Weise wie für fantastische. Beobachten Sie Menschen, Landschaften, Straßen und Häuser und Sie werden Stoffe, Handlungen, Charaktere und Schauplätze in Hülle und Fülle finden. Für die Geschichte, an der Sie gerade arbeiten, für die nächste und die übernächste. Nutzen Sie alle Sinne, nicht nur den Sehsinn, sondern auch die vier anderen: Hören, Riechen, Schmecken und Tasten. Halten Sie Ihre Beobachtungen in einem Notizbuch fest, das Ihr ständiger Begleiter sein sollte. Weiterlesen

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Der Stoff, aus dem Geschichten werden

Erzaehlstoff

»Stoff, das fiktive oder realistische Material, das durch einen Autor gestaltet wird, der erfundene oder in Mythos, Religion, Geschichte, Zeitereignissen oder in der Dichtung anderer Autoren gefundene Geschehniszusammenhang (Fabel, Plot), den er einer Dichtung zugrunde legt.« So definiert der Literatur-Brockhaus den Begriff »Stoff«. Im Grunde hat der literarische Stoff dieselbe Funktion wie ein Kleider- oder Gardinenstoff: Er ist das Material, aus dem Geschichten geschneidert werden. Wie kommt man an einen geeigneten Stoff? Weiterlesen

Eine Frage der Zeit: Präsens oder Präteritum?

Präsens oder Präteritum

Es ist eine der Fragen, die in meinen Seminaren am häufigsten und kontroversesten diskutiert wird: In welchem Tempus, also welcher Zeitform, soll ein Roman oder eine Erzählung geschrieben werden?

Eigentlich muss darüber nicht diskutiert werden. Erst das Erleben, dann das Erzählen. Am Anfang steht ein Geschehen, das anschließend zur Geschichte wird, so ist der folgerichtige zeitliche Ablauf. Deshalb ist das Präteritum die klassische Zeitform der Narration und zugleich die logische. Eigentlich. Weiterlesen

Schreiben in der Kölner Flora

Flora_GebaeudeGenießen Sie einen Frühlingsmorgen mit allen Sinnen, suchen Sie Ihren Lieblingsplatz im Iris-, Heilpflanzen- oder Gebirgsgarten und lassen Sie sich von betörendem Blumen­duft, Vogelgezwitscher und Blätterrauschen Gedichte oder Prosatexte in die Feder diktieren. Erfahren Sie außerdem, wie Goethe und andere Dichter den symbolischen Gehalt von Blüten und Blättern für die literarische Gestaltung nutzten. Und mit ganz viel Glück finden Sie Ihre ganz persönliche blaue Blume.

Schreibtipp


Suche nach der blauen Blume
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Buchtipp: »Der deutsche Wortschatz« von Franz Dornseiff

DornseiffWie oft hat man das Gefühl, die deutsche Sprache besitze zu wenige Wörter. Dreimal haben Sie in einem kurzen Absatz schon gehen geschrieben. Hat man Ihnen nicht im Aufsatzunterricht zu vermitteln versucht, dass Wiederholungen unschön sind und deshalb vermieden werden sollen? Nun also, welche Synonyme, d. h. Wörter mit gleicher oder ähnlicher Bedeutung, gibt es zu gehen? Glücklicherweise sitzen Sie nicht mehr im Klassenzimmer und dürfen deshalb Hilfsmittel benutzen. Bekannt sind Ihnen vermutlich das Synonymwörterbuch des Duden (Band 8), das sinn- und sachver­wandte Wörter enthält, und die Thesaurus-Funktion von »Word«, die sich unter dem Menüpunkt Überprüfen verbirgt. Im »Word«-Thesaurus finden Sie immerhin zehn Verwandte des Gehens, unter anderem stolzieren, stelzen, walzen, schreiten. Im Synonymwörterbuch des Duden erfahren Sie, dass gehen in anderen Bedeutungen auch kündigen, funktionieren oder verkaufen heißen kann. Wenn Sie aber zu fortbewegen zurückblättern, treffen Sie auch hier auf eine hübsche Liste, zu der unter anderem schlurfen, schlurren, watscheln, pesen und wetzen gehören, aber etwa auch über den großen Onkel gehen oder wie ein Storch im Salat gehen. Weiterlesen

Marketinginstrument Buchtitel

 

BuecherregalSo schwer es oft ist, einen passenden Namen für ein Kind zu finden, so schwer ist es, einem Roman, einer Erzählung oder einem Sachbuch einen passenden Titel zu geben. Ist das nicht egal?, werden Sie jetzt vielleicht fragen, weil Sie wissen, dass der Verlag den Titel festlegt. Nein, das ist es nicht. Natürlich haben Sie recht, den endgültigen Titel ersinnen Lektorat und Marketingabteilung des Verlags. Er soll möglichst viele potenzielle Kunden zum Kauf verführen. Doch Ihre Aufgabe ist zunächst Werbung in eigener Sache: Ein attraktiver Arbeitstitel soll den Lektor neugierig auf Ihr Manuskript machen. Wichtig ist der Titel darüber hinaus bei Beiträgen, die Sie zu Wettbewerben oder Anthologien einreichen. Und wenn Sie Ihre Werke selbst publizieren, müssen Sie selbst auf Werbewirksamkeit achten. Weiterlesen

Gänsefüßchen & Co.

Im Duden heißt es kurz und knapp: »Anführungszeichen stehen vor und hinter wörtlich wiedergegebenen Äußerungen und Gedanken.« So weit, so einfach. Der Teufel steckt wie immer im Detail. Lassen die zahlreichen Anführungsstriche bei schneller Wechselrede den Text nicht verwirrend und plump erscheinen? Stehen die Gänsefüßchen vor oder hinter den Satzzeichen? Warum erzeugt mein Textverarbeitungsprogramm nur „nach oben gerichtete“ Striche? Wann benutzt man ‚einfache‘ Anführungszeichen? Und wo verstecken sich eigentlich die kleinen »spitzen doppelten« oder ›einfachen‹ Zeichen, die viel hübscher sind als die >plumpen< Dinger, die mein Computer produziert? Weiterlesen