Archiv der Kategorie: Schreibtipps

Es ist Ihr Geld: Verwertungsgesellschaft Wort

VG-WortEine Frage an alle, die bereits veröffentlicht haben: Sie haben doch einen Wahrnehmungsvertrag mit der Verwertungs­gesellschaft (VG) Wort abgeschlossen, oder? Falls nicht, sollten Sie das dringend nachholen. Es sei denn, Geld spielt in Ihrem Leben keine Rolle. Ansonsten verzichten Sie auf Einnahmen, die Ihnen zustehen. Ihre »Sprachwerke« (so der Fachbegriff) werden nicht nur gekauft, sondern auch auf andere Weise genutzt, etwa vervielfältigt, ausgedruckt oder entliehen. Für die Nebenverwertungen zahlen Unternehmen (z. B. Hersteller von Kopiergeräten und Druckern) und Einrichtungen (z. B. Bibliotheken) Beiträge in einen Pool ein. Dieses Geld wird anschließend nach einem ziemlich komplizierten Schlüssel unter den Urhebern verteilt. Natürlich nur unter denen, die sich angemeldet haben. Deshalb sollten Sie das umgehend tun, wenn Sie es bisher versäumt haben (der 31. Januar ist immer das Stichdatum). Das macht kaum Mühe und ist kostenlos. Auf dem Registrierungs- und Meldeportal der VG Wort können Sie sich anmelden und zugleich den Wahrnehmungsvertrag abschließen. Weiterlesen

Advertisements

Vor- und Nachteile von Anthologien

Anthologie

»Anthologie, Sammlung von einzelnen, ursprünglich nicht zusammengehörigen Texten, […] vorzugsweise […] Gedichte oder andere kürzere Texte«, schreibt Volker Meid im Sachwörterbuch zur deutschen Literatur (1999) und erklärt weiter, dass der griechische Begriff »anthologia« ebenso wie der lateinische Name »florilegium« im Deutschen »Blütenlese« bedeutet. Solche Blütenlesen haben eine besondere Bedeutung für Autoren am Beginn ihrer Laufbahn. Denn sie bieten neben den Literaturzeitschriften eine weitere Möglichkeit zur Publikation, wenn die eigenen Texte noch keine Bücher füllen.
Anthologie-Projekte listen zum Beispiel die Website »Autorenwelt« (www.autorenwelt.de) unter »Aufrufe« und der Schreib­lust-Verlag (www.schreib­lust-verlag.de) unter »Wettbe­werbs­tipps« auf. Meist sind es Klein- und Kleinstverlage, die auf diese Weise Werbung und Geschäft miteinander verbinden. Auch bei manchem Wettbewerb winkt als »Preis« die Aufnahme des Beitrags in einen Sammelband. Die Vorteile liegen auf der Hand: Sie können eine Veröffentlichung nachweisen, haben Buchgeschenke für Familie, Freunde und Bekannte und sind auf Ihrem Weg zur etablierten Autorin oder zum erfolgreichen Autor einen weiteren Schritt vorangekommen.
Wenn Sie also irgendwo ein Projekt zu einem Thema entde­cken, das Sie interessiert, nur zu! Schreiben, abschicken, warten, sich nicht zu viele Hoffnungen machen – Sie kennen das Spiel. Trotzdem: Eine gewisse Skepsis sollten Sie sich auch hier bewahren. Es gibt Verlage, bei denen das Niveau einfach nicht stimmt. Das zu überprüfen, kann schwer sein. Buchhandlungen führen solche Bücher in der Regel nicht. Bleibt nur, sich auf der Homepage der Verlage oder – noch besser – am Stand auf der Buchmesse umzuschauen oder einen bereits erschienenen Titel zu kaufen. Manchmal können Sie auch bei Amazon einen »Blick ins Buch« werfen. Fragen Sie sich selbstkritisch, ob Sie in diesem Verlag publizieren möchten. Denn ein Buch in schlechter Ausstattung, gedruckt auf billigem Papier, angefüllt mit fehlerhaften Texten minderer Qualität mag man möglicherweise nicht einmal verschenken.
Mit einem Honorar können Sie in den seltensten Fällen rechnen, obwohl es fair wäre, die üblichen fünf bis zehn Prozent der Verkaufserlöse auf die mit einem Beitrag aufgenommenen Autoren zu verteilen. Ein Belegexemplar sollten Sie auf jeden Fall erhalten. Vorsicht ist immer dann geboten, wenn Sie selbst Geld zahlen sollen. Meist wird dieses Ansinnen elegant umschrieben: Da wird eine Teilnahmegebühr erhoben, die Abnahme einer bestimmten Zahl an Exemplaren gefordert oder es wird Ihnen nahegelegt, zuvor ein Gutachten erstellen zu lassen. So um die hundert Euro kommen da schnell zusammen, manchmal auch mehr. Überlegen Sie genau, ob es Ihnen das wert ist.

Ein Tipp aus dem Schreibratgeber:

Aus-dem-Lektorat-1-2

Aus dem Lektorat 1 und 2. 100 Tipps zum Schreiben und Veröffentlichen. Norderstedt: BoD 2018, 12,90 Euro.

Portofreie Bestellungen im BoD-Buchshop, bei Amazon oder überall im stationären Buchhandel

 

Fluch und Segen: die Rückblende

RueckblendeDas Image der Rückblende ist zwiespältig. Mein Eindruck: Autoren lieben sie, Lektoren ist sie ein Dorn im Auge, vor allem, wenn zeitlich zurückgesprungen wird, ehe die Geschichte überhaupt richtig begonnen hat. Anna ging durch den Park. Sie erinnerte sich an ihre Schulzeit. Immer war sie Außenseiterin gewesen, nie hatte sie eine Freundin gehabt. Schon davor, im Kindergarten, hatte niemand sie gemocht … Einen solchen Einstieg sehe ich als Lektorin tatsächlich kritisch. Weiterlesen

ABC der Erinnerungen: Lebensgeschichten schreiben

ABC-1

Die Geschichte des eigenen Lebens aufzuschreiben: Diesen Wunsch haben viele Menschen. Sehr oft habe ich erlebt, wie das Projekt mit Begeisterung geplant und begonnen wurde – und nach einiger Zeit wieder ins Stocken geriet. Das ist verständlich, denn je intensiver man sich mit seinen Erinnerungen beschäftigt, desto mehr türmen sie sich in der Vorstellung vor einem auf, bis der Berg so Furcht einflößend hoch ist, dass man die Hoffnung verliert, ihn jemals bewältigen zu können. Das ist der Moment, wo die Bruchstücke der Autobiografie in den Tiefen des Computers oder der berühmten Schreibtischschublade verschwinden. Weiterlesen

Aus dem Lektorat. Neue Bücher mit Schreibtipps

Cover-AusLektorat-Web

Erzählen im Präsens oder Präteritum? Was lässt sich aus Bestsellern lernen? Wie gelingen spannende Dialoge? Sind Füllwörter wirklich überflüssig? Braucht man einen Literaturagenten? Hilft Facebook beim Buchverkauf? Welche Fachbücher zum Schreiben und Veröffentlichen sind empfehlenswert? Weiterlesen

Mit allen Sinnen schreiben

MitallenSinnen-BlogViele Menschen glauben, um fiktionale Texte verfassen zu können, sei eine besondere Einbildungskraft erforderlich. »Ich würde ja gerne schreiben, aber ich habe leider überhaupt keine Fantasie«, höre ich immer wieder. Ein Irrtum. Über die Fähigkeit, lebendig und authentisch zu erzählen, entscheidet nicht das »Ausdenken«, sondern das bewusste Wahrnehmen und die Erinnerung an Wahrgenommenes. Das gilt für realistische Literatur in gleicher Weise wie für fantastische. Beobachten Sie Menschen, Landschaften, Straßen und Häuser und Sie werden Stoffe, Handlungen, Charaktere und Schauplätze in Hülle und Fülle finden. Für die Geschichte, an der Sie gerade arbeiten, für die nächste und die übernächste. Nutzen Sie alle Sinne, nicht nur den Sehsinn, sondern auch die vier anderen: Hören, Riechen, Schmecken und Tasten. Halten Sie Ihre Beobachtungen in einem Notizbuch fest, das Ihr ständiger Begleiter sein sollte. Weiterlesen

Der Stoff, aus dem Geschichten werden

Erzaehlstoff

»Stoff, das fiktive oder realistische Material, das durch einen Autor gestaltet wird, der erfundene oder in Mythos, Religion, Geschichte, Zeitereignissen oder in der Dichtung anderer Autoren gefundene Geschehniszusammenhang (Fabel, Plot), den er einer Dichtung zugrunde legt.« So definiert der Literatur-Brockhaus den Begriff »Stoff«. Im Grunde hat der literarische Stoff dieselbe Funktion wie ein Kleider- oder Gardinenstoff: Er ist das Material, aus dem Geschichten geschneidert werden. Wie kommt man an einen geeigneten Stoff? Weiterlesen