Archiv der Kategorie: Schreibtipps

Groß oder klein? Anredepronomen richtig schreiben

Anrede

»Bitte reichen Sie (oder sie?) mir das Brot«, sagte der Baron zu seiner Tischdame. »Kannst du (oder Du?) mir mal die Butter geben?«, sagte Karl zu Eva. – Dass die Orthografie ein weites und schwieriges Feld ist, wissen Sie aus eigener Erfahrung. Zusätzlich erschwert wird das Bemühen um korrekte Schreibweisen durch die verschiedenen Reformen der Reform und die absichtlichen oder unabsichtlichen Fehler im öffentlichen Sprachgebrauch. Selbst auf amtlichen Straßenschildern sind falsche Strassen auf dem Vormarsch. Zu den verbreiteten Problemfällen in Erzähltexten gehört die Schreibung der Anredepronomen, insbesondere in Dialogen. Weiterlesen

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Es ist Ihr Geld: Verwertungsgesellschaft Wort

VG-WortEine Frage an alle, die bereits veröffentlicht haben: Sie haben doch einen Wahrnehmungsvertrag mit der Verwertungs­gesellschaft (VG) Wort abgeschlossen, oder? Falls nicht, sollten Sie das dringend nachholen. Es sei denn, Geld spielt in Ihrem Leben keine Rolle. Ansonsten verzichten Sie auf Einnahmen, die Ihnen zustehen. Ihre »Sprachwerke« (so der Fachbegriff) werden nicht nur gekauft, sondern auch auf andere Weise genutzt, etwa vervielfältigt, ausgedruckt oder entliehen. Für die Nebenverwertungen zahlen Unternehmen (z. B. Hersteller von Kopiergeräten und Druckern) und Einrichtungen (z. B. Bibliotheken) Beiträge in einen Pool ein. Dieses Geld wird anschließend nach einem ziemlich komplizierten Schlüssel unter den Urhebern verteilt. Natürlich nur unter denen, die sich angemeldet haben. Deshalb sollten Sie das umgehend tun, wenn Sie es bisher versäumt haben (der 31. Januar ist immer das Stichdatum). Das macht kaum Mühe und ist kostenlos. Auf dem Registrierungs- und Meldeportal der VG Wort können Sie sich anmelden und zugleich den Wahrnehmungsvertrag abschließen. Weiterlesen

Vor- und Nachteile von Anthologien

Anthologie

»Anthologie, Sammlung von einzelnen, ursprünglich nicht zusammengehörigen Texten, […] vorzugsweise […] Gedichte oder andere kürzere Texte«, schreibt Volker Meid im Sachwörterbuch zur deutschen Literatur (1999) und erklärt weiter, dass der griechische Begriff »anthologia« ebenso wie der lateinische Name »florilegium« im Deutschen »Blütenlese« bedeutet. Solche Blütenlesen haben eine besondere Bedeutung für Autoren am Beginn ihrer Laufbahn. Denn sie bieten neben den Literaturzeitschriften eine weitere Möglichkeit zur Publikation, wenn die eigenen Texte noch keine Bücher füllen. Weiterlesen

Fluch und Segen: die Rückblende

RueckblendeDas Image der Rückblende ist zwiespältig. Mein Eindruck: Autoren lieben sie, Lektoren ist sie ein Dorn im Auge, vor allem, wenn zeitlich zurückgesprungen wird, ehe die Geschichte überhaupt richtig begonnen hat. Anna ging durch den Park. Sie erinnerte sich an ihre Schulzeit. Immer war sie Außenseiterin gewesen, nie hatte sie eine Freundin gehabt. Schon davor, im Kindergarten, hatte niemand sie gemocht … Einen solchen Einstieg sehe ich als Lektorin tatsächlich kritisch. Weiterlesen

ABC der Erinnerungen: Lebensgeschichten schreiben

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Die Geschichte des eigenen Lebens aufzuschreiben: Diesen Wunsch haben viele Menschen. Sehr oft habe ich erlebt, wie das Projekt mit Begeisterung geplant und begonnen wurde – und nach einiger Zeit wieder ins Stocken geriet. Das ist verständlich, denn je intensiver man sich mit seinen Erinnerungen beschäftigt, desto mehr türmen sie sich in der Vorstellung vor einem auf, bis der Berg so Furcht einflößend hoch ist, dass man die Hoffnung verliert, ihn jemals bewältigen zu können. Das ist der Moment, wo die Bruchstücke der Autobiografie in den Tiefen des Computers oder der berühmten Schreibtischschublade verschwinden. Weiterlesen

Aus dem Lektorat. Neue Bücher mit Schreibtipps

Cover-AusLektorat-Web

Erzählen im Präsens oder Präteritum? Was lässt sich aus Bestsellern lernen? Wie gelingen spannende Dialoge? Sind Füllwörter wirklich überflüssig? Braucht man einen Literaturagenten? Hilft Facebook beim Buchverkauf? Welche Fachbücher zum Schreiben und Veröffentlichen sind empfehlenswert? Weiterlesen

Mit allen Sinnen schreiben

MitallenSinnen-BlogViele Menschen glauben, um fiktionale Texte verfassen zu können, sei eine besondere Einbildungskraft erforderlich. »Ich würde ja gerne schreiben, aber ich habe leider überhaupt keine Fantasie«, höre ich immer wieder. Ein Irrtum. Über die Fähigkeit, lebendig und authentisch zu erzählen, entscheidet nicht das »Ausdenken«, sondern das bewusste Wahrnehmen und die Erinnerung an Wahrgenommenes. Das gilt für realistische Literatur in gleicher Weise wie für fantastische. Beobachten Sie Menschen, Landschaften, Straßen und Häuser und Sie werden Stoffe, Handlungen, Charaktere und Schauplätze in Hülle und Fülle finden. Für die Geschichte, an der Sie gerade arbeiten, für die nächste und die übernächste. Nutzen Sie alle Sinne, nicht nur den Sehsinn, sondern auch die vier anderen: Hören, Riechen, Schmecken und Tasten. Halten Sie Ihre Beobachtungen in einem Notizbuch fest, das Ihr ständiger Begleiter sein sollte. Weiterlesen