Müssen Autoren und Autorinnen richtig schreiben?

RechtschreibungMüssen Autoren und Autorinnen die Rechtschreibung beherrschen? Wird der künstlerische Schaffensprozess durch die Beachtung formaler Regeln nicht geradezu behindert? Sollte es nicht vielmehr die Aufgabe des Lektorats oder einer Sekretärin im Verlag sein, die Fehler im Werk der künftigen Bestsellerautorin zu korrigieren? In diesem (von mir polemisch zugespitzten) Sinne äußerte sich neulich die Schreiberin eines Leserbriefes in einer Fachzeitschrift. Und unter denen, die ihre Werke selbst publizieren, gibt es durchaus die Ansicht, ein paar Rechtschreibfehler seien doch kein Problem. Dafür sei das Buch preiswert und einen Korrektor wolle oder könne man sich nicht leisten. Weiterlesen

Schreibimpuls: Rheinsagen weiterschreiben

RheinsagenDichter wie Clemens Brentano, Friedrich Schlegel und Heinrich ­Heine gerieten ins Schwärmen, als sie vor gut zweihundert Jahren den Rhein als Gegenstand der Literatur entdeckten. Der Fluss und die »kühnen Burgen auf wilden Felsen« inspirierten sie zu Gedichten, Sagen und Märchen. Die Landschaft wurde zum Mythos stilisiert. Das Rheintal erschien den Romantikern als Zeugnis unverfälschter Natur, aber auch als Spiegel für Heimatlosigkeit und Vereinsamung. Und heute? Regt uns das Unesco-Weltkulturerbe noch immer zum Dichten an? Probieren Sie es aus, indem Sie sich von einem romantischen Text inspirieren lassen. Weiterlesen

Adjektive: Schmuck oder Ballast?

adjektive-schmuckballast

Schmückende Beiwörter, so hießen die Adjektive damals im Aufsatzunterricht, und damit ist ihre vornehmste Aufgabe beschrieben: Substantive aufzurüschen. Vor allem wenig erfahrene Autoren neigen manchmal dazu, ihre Texte nach dem Motto »Viel hilft viel« großzügig auszuschmücken und jedem Substantiv mindestens ein Adjektiv voranzustellen, um so vermeintlich die literarische Qualität zu steigern. Weiterlesen

Schreibtipp: Begegnungen an geheimnisvollen Orten


Erprobt wurde diese Schreibübung von einer Gruppe im Gartenreich von Wörlitz. Dort regt allein schon ein Blick auf den Plan der Anlage die Fantasie an: Piemonteser Bauernhaus, Amaliengrotte, Floratempel – Bauwerke, deren Namen bereits Geschichten erzählen. Aber auch in jeder Stadt, jedem Dorf und überall sonst in der Natur gibt es geheimnisvolle Orte. Weiterlesen

Buchtipp: „Das Alphabet des Denkens“

CoverAlphabetdesDenkensDiesmal empfehle ich keinen Schreibratgeber, sondern ein Sachbuch darüber, „Wie Sprache unsere Gedanken und Gefühle prägt“ – so der Untertitel. Die faszinierenden und teilweise sehr verblüffenden Forschungsergebnisse, die Stefanie Schramm und Claudia Wüstenhagen präsentieren, können gleichwohl den Handwerkskoffer jeder Autorin und jedes Autors bereichern. Drei Hauptkapitel handeln davon, wie Wörter wirken, was sie über uns verraten und wie wir sie für unsere eigenen Interessen nutzen können. Für Schreibende besonders interessant sind die Ausführungen zur Wirkung von Metaphern, zu den Assoziationen und Emotionen, die sich allein durch den Klang von Wörtern und Namen erzeugen lassen, und zum Zusammenhang von Emotionen und Schimpfwörtern sowie von Funktionswörtern und Charaktereigenschaften. Weiterlesen

Lockerungsübung: automatisch schreiben

automatisches Schreiben

Wer mit dem Schreiben beginnt, leidet zuweilen unter Schreibhemmungen. Oft steckt dahinter ein Streben nach Perfektionismus, dem die Vorstellung zugrunde liegt, jede Formulierung müsse bis in alle Ewigkeit so stehen bleiben. Mit zunehmender Schreibpraxis verliert sich das Gefühl meist, man schreibt unbekümmerter, weil man weiß, dass sich alles immer wieder korrigieren lässt. Wenn es aber bei neuen oder besonders wichtigen Projekten einmal hakt, wenn man keinen Anfang findet und frustriert aufs weiße Blatt oder den blinkenden Cursor des Monitors starrt, kann es sinnvoll sein, auf eine kreative Methode zurückzugreifen, gewissermaßen als Lockerungs- und Entspannungsübung. Weiterlesen

Schreibtipp: Die Tücken des Vornamens

figuren-namenEin Vorname sagt mehr als tausend Worte: Das stellten Psychologiestudenten aus Chemnitz fest, die für ihre Diplomarbeit die Wahrnehmung von Vornamen erforscht haben. Zentral ist die Wahrnehmung des Alters. Wer einen Namen hört, schließt sogleich auf das Alter des Namensträgers. Darüber hinaus lösen Vornamen Assoziationen über Attraktivität, Intelligenz und Religiosität des Namensträgers aus. Weiterlesen