Von Schwerverbrechern und Singlebörsen

Supertipp für die #Figurengestaltung: Suchen Sie nach passenden Bildern. Krimiautorin Melanie Lahmer berichtet über ihre Erfahrungen.

Siegerland-Krimis

Für meine neue Siegerland-Krimi-Reihe probiere ich gerade etwas Neues für meine Figuren aus: passende Bilder im Netz suchen.
Ich weiß von einigen Kolleginnen und Kollegen, dass sie das bei jedem Buch machen, aber bisher fand ich das für mich unnötig. Ich habe ein sehr bildhaftes Gedächtnis und sehe meine Figuren immer plastisch und lebendig vor mir; Fotos von realen Personen würden mich da nur einschränken. Und viel wichtiger als die Frage nach einer großen oder kleinen Nase oder dem Bauchumfang ist ja die Psychologie, die Motivation, das Handeln der Figuren.
Dachte ich.

Frau am Laptop

Doch seit letzter Woche habe ich die neue Version meines Autorenprogramms auf dem Rechner (Papyrus Autor 9), das noch mehr Features bietet als die ältere Version (ich schreibe schon seit neun Jahren mit Papyrus, angefangen mit Version 2). Um die alle auszutesten, habe ich den Krimi als neues Projekt angelegt und klicke und probiere mich nun durch die…

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Hybrid-Autorin findet einen dritten Weg

Buecher-4-Hybrid

Hybrid-Autorin bin ich bereits seit vielen Jahren. Das heißt, ich publiziere sowohl in klassischen Verlagen als auch im Selbstverlag. Bücher und Geschichten von mir erschienen in großen (dtv, DuMont, Rowohlt) und kleineren Verlagen (Leda, Greifen, Dittrich). Seit 2009 sind zahlreiche Titel bei BoD (Books on Demand) und der Amazon-Plattform KDP (Kindle Direct Publishing; nur E-Books) dazugekommen.

Die Gründe für diesen zweiten Weg sind vielfältig. Da bei den neuen Verfahren keine Auflage, sondern nur auf Bestellung gedruckt wird, entsteht kein finanzielles Risiko. Jeder kann sein Buch selbst herausbringen, es kostet ihn nichts oder allenfalls weniger als 20 Euro. So konnte ich Bücher auf dem Markt halten, die der Verlag aus dem Programm genommen hatte, nach denen aber noch eine Nachfrage besteht. Für die Schreibratgeber wählte ich gleich diese Option, weil ich meine Zielgruppe kenne und sie selbst ansprechen kann.

Problematischer ist das Selbstpublizieren von belletristischen Titeln, weil die Zielgruppe schwer zu fassen ist. Erfolg hat man meist nur mit Genreliteratur zum kleinen Preis. Doch es gibt auch unter den Selfpublishern echte Stars: Autoren und Autorinnen, die sich selbst als Marke etabliert und eine eigene Fanbasis aufgebaut haben (z. B. Hanni Münzer, Emily Bold, Béla Bolten). Dazu ist es aber – neben vielem anderen – nötig, in relativ kurzen Abständen für Nachschub zu sorgen. So hat Béla Bolten beispielsweise innerhalb von fünf Jahren allein 17 Bände einer Krimireihe vorgelegt (neben weiteren Titeln). Für Gelegenheits- oder Langsamschreiber wie mich eine unvorstellbare Leistung.

Meinen ersten Rügen-Krimi habe ich nach der Insolvenz des Verlags nochmals selbst publiziert, mit begrenztem Erfolg. Deshalb war ich unsicher, was ich jetzt mit dem zweiten machen sollte, der im Herbst 2017 fertig wurde. Einen Verlag suchen? Aus Erfahrung weiß ich: Das ist ein aufwendiges und langwieriges Experiment mit ungewissem Ausgang. Ich war eigentlich schon entschlossen, auch diesen Band selbst zu verlegen, als ich einen dritten Weg entdeckte: die Veröffentlichung in einem Imprint. Ich stieß auf »Midnight by Ullstein«, eine Marke des Ullstein-Verlags für Krimi und Thriller, die vor allem als preisgünstige E-Books herauskommen, in der Kombination mit Büchern auf Bestellung.

Bisher sind meine Erfahrungen positiv. Überzeugt hat mich das Tempo: statt geschätzter zwei Jahre im herkömmlichen Verlag gerade mal zwei Monate. Anfang Dezember habe ich mein Manuskript zusammen mit einem kurzen Text, eher Klappentext als Exposé, auf der Plattform des Verlags hochgeladen. Wenige Tage später meldete sich eine Lektorin mit der Zusage, klaren Angaben zu den Bedingungen und einem Mustervertrag, der dem Üblichen entspricht. Nachfragen wurden umgehend und zufriedenstellend beantwortet. Ausführliche Informationen gibt es auch auf der Website des Imprints.

Natürlich liegen die Verdienstmargen deutlich unter denen, die erzielt werden können, wenn man das Buch selbst herausgibt (E-Book: 30 – 50 % des Nettoerlöses; bei BoD oder KDP sind bis zu 70 % möglich). Dafür lief das Manuskript jedoch durch ein professionelles Lektorat und Korrektorat, wurde optimal gestaltet und mit einem erstklassigen Cover ausgestattet, Biografie und Klappentext wurden überarbeitet. Titel und Autorin werden auf der Midnight-Website präsentiert, die Werbung über die sozialen Medien hat begonnen. Ich bin bisher sehr zufrieden mit dem umsichtigen und reibungslosen Ablauf des Herstellungsprozesses. Ob das Buch sich verkauft? Das muss sich erst noch zeigen. Es erscheint am 5. Februar 2018.

Mein Eindruck ist jedoch, dass aus meinem Manuskript ein passgenaues Produkt entstand, das Leserinnen und Leser, die meine Art von Kriminalroman (regional, cosy) schätzen, erreichen wird.

Wenn Sie selbst mit dem Gedanken spielen, sich mit Ihrem Manuskript bei einem Imprint zu bewerben, sollten Sie beachten: Das Spektrum ist meist sehr genau definiert. Jedes Imprint beschränkt sich auf eine genau umrissene Gattungs- und Zielgruppe. Informieren Sie sich also vorher auf der Website, ob Ihr Manuskript dazu passt. Stellen Sie sich darauf ein, dass der gesamte Ablauf papierlos abläuft: Kommuniziert wird per E-Mail, korrigiert direkt in den Dateien, geworben ausschließlich online. Und achten Sie darauf, ob Ihr Buch nur in der digitalen Version oder ergänzend auch als Print publiziert wird. Im Zentrum steht auf jeden Fall das E-Book.

Welcher Veröffentlichungsweg ist für Sie der ideale? Ich bin neugierig auf Ihre Erfahrungen.

Hier eine Auswahl von Imprints:

  • Ullstein: Midnight (Spannung) und Forever (Romance)
  • Amazon Publishing: Tinte & Feder (zeitgenössische und historische Romane deutscher Autoren); Edition M (Krimis & Thriller); Montlake Romance (Liebesromane); 47 North (Fantasy & Science Fiction)
  • Bastei Lübbe: Digitallabel Be mit BeBeyond (Fantasy); BeThrilled (Krimi, Thriller); BeHeartbeat (Romance, Liebe, Historischer Roman)
  • Piper: Fahrenheit: digital edition (Neuausrichtung)
  • Droemer Knaur: Feelings (Erotik, Heiteres, Romance)
  • Carlsen (für junge Leser): Impress (Paranormal Romance, Coming-of-Age und New Adult); Dark Diamonds (New Adult Fantasy).

 

Frohe Festtage

Weihnachtsmarkt-2017

wünsche ich allen Schreib- und Literaturbegeisterten. Ich hoffe, Sie finden viele Buchgeschenke auf dem Gabentisch, entdecken auf Weihnachtsmärkten, Weihnachtsfeiern und Familientreffen Ideen für neue Geschichten, haben zwischendurch Zeit zum Schreiben und Lesen und starten mit kreativer Energie in ein erfolgreiches Schreibjahr 2018.

Weihnachtsgeschichte: So wie früher

von Isa Schikorsky

Der Tisch war für drei Personen gedeckt: weißer Damast, gestärkte Stoffservietten, Silberbesteck, Kristallgläser – Konfirmationsgeschenke, die mehr als zwanzig Jahren ganz hinten im Schrank verstaubt waren. Die Nordmanntanne auf dem Sideboard schmückten Lametta, rote Kugeln und Wachskerzen. Alles war perfekt, befand Kerstin und eilte zurück in die Küche, wo Bratendunst in der Luft hing und das flaue Gefühl in ihrem Magen verstärkte. Sie las das Rezept noch einmal, öffnete die Backofentür und beschöpfte die Gans.
Simon kam herein. Er hatte sich bereits umgezogen, trug zum dunklen Anzug ein weißes Hemd und seine einzige Krawatte, die etwas schief geknotet war. So hatte sie ihn zuletzt gesehen, als er den Antrittsbesuch bei ihren Eltern absolvierte.
»Und du hast deine Mutter wirklich richtig verstanden?«, fragte Kerstin.
Simon zog die Augenbrauen hoch. »Wie oft sollen wir das noch diskutieren? Dorothea wünscht sich ein traditionelles Weihnachtsfest. Sie hat ausdrücklich ›So wie früher‹ gesagt. Das ist doch verständlich, wenn jemand lange im Ausland gelebt hat. Warum sollten wir ihr diesen Wunsch nicht erfüllen?«
Weil wir uns inzwischen vegetarisch ernähren, dachte Kerstin ketzerisch, sagte aber nichts, sondern quälte sich weiter damit, aus der klebrigen Kartoffelmasse Klöße zu formen. Sie hätte auch erwähnen können, dass sie beide nicht gerne kochten und steife Esszeremonien verabscheuten. Diese ganze Inszenierung widersprach ihrem Lebensstil. Aber Simon hatte selbst kleinere Kompromisse wie ein Gänsetaxi zu bestellen oder Rotkohl aus dem Glas zu servieren abgelehnt und darauf bestanden, dass alles exakt so vorbereitet wurde, wie er es aus seiner Kindheit kannte. Also gab es in diesem Jahr statt des gemütlichen Fondueessens mit Freunden am Küchentisch Suppe, Braten und Dessert mit allem Pipapo an der Festtafel.
Simon entkorkte einen Bordeaux, den sie sonst nie tranken, weil er ihnen zu herb war, und dekantierte ihn in eine bauchige Karaffe, die sie extra gekauft hatten.
Kerstin rührte noch die Trockenpflaumen unter den Rotkohl, drehte die Temperatur herunter und lief dann ins Schlafzimmer, wo sie Jeans und T-Shirt gegen einen Glitzerfummel tauschte. Eine ebenso unsinnige Neuanschaffung wie die Pumps, in die sie ihre müden Füße zwängte. Während sie versuchte, mit Puder die Spuren der Küchenhitze in ihrem Gesicht zu bekämpfen, dachte sie – zwischen Neid und Trotz schwankend – über Dorothea nach. Die hatte früher neben ihrem Beruf problemlos einen Haushalt mit drei Kindern versorgt, und außerdem als perfekte Gastgeberin brilliert. Das hatte Simon ihr oft genug versichert. Seine Mutter habe immer aufwendig gekocht und mit großem Vergnügen Besuch bewirtet. Heiligabend seien sie mindestens acht Personen gewesen, oft zwölf oder mehr. Kerstin blickte seufzend in den Spiegel. Die roten Flecken auf ihren Wangen hatten sich nur unzureichend kaschieren lassen. Sie fühlte sich erschöpft, ihr Magengrummeln wurde heftiger.
Die Klingel schrillte. Kerstin schreckte zusammen und sah auf die Uhr. Pünktlichkeit gehörte also ebenfalls zu den Tugenden von Dorothea, die sie bisher nur von Fotos kannte. Als sie Simon vor drei Jahren kennenlernte, war sein Vater schon verstorben und seine Mutter leitete ein archäologisches Projekt in Assuan.
Kerstin seufzte noch einmal, straffte die Schultern und ging in den Flur, wo sich Simon und seine Mutter gerade voneinander lösten. Kerstin hoffte, dass man ihr nicht ansah, wie überrascht sie war. Statt einer eleganten Dame stand eine lässig gekleidete Frau Anfang sechzig vor ihr, in schmalen Jeans, flachen Wildlederschuhen und einem sandfarbenen Oversizepullover. Dorothea umarmte Kerstin mit strahlendem Lächeln, wirkte aber auch etwas irritiert.
»So lebt ihr also«, sagte sie, nachdem sie ins Wohnzimmer gegangen waren, es klang verwundert. Simon zündete die Kerzen am Baum an und legte eine CD mit Weihnachtsliedern ein. Tagelang hatte er nach dieser Aufnahme gesucht, die Heiligabend immer in seinem Elternhaus gespielt worden war.
Kerstin holte den Champagner und die Platte mit der Vorspeise. Sie stießen an, plauderten, aßen erst Häppchen, später die Suppe. Trotz der festlichen Atmosphäre schien sich Dorothea nicht richtig wohlzufühlen. Sie erzählte sehr anschaulich von ihren Forschungen in Ägypten, zwischendurch musterte sie jedoch wiederholt die Einrichtung und warf skeptische Blicke auf den Weihnachtsbaum. Kerstin hätte gern weiter zugehört, doch irgendwann konnte sie die Gans nicht länger warten lassen. Sie erhob sich und stellte das schmutzige Geschirr zusammen. Dorothea sah sie fragend an.
»Entschuldigt mich, ich muss den Hauptgang fertigmachen.«
»Dann können wir ja in der Küche weiterreden.«
»Aber, Mutter …«, begann Simon.
»Wieso denn nicht? Da sitzt man sowieso viel netter«, fuhr sie fort. »Oder ist es bei euch zu eng?«
Kerstin verneinte.
»Dann müssen wir die Kerzen am Baum löschen.« Simons Stimme verriet leichten Ärger.
»Ja«, bestätigte Dorothea lächelnd, »und diese furchtbare Weihnachtsmusik abstellen.« Sie sprang ebenfalls auf, griff rasch nach ihrem Weinglas und einigen Tellern. »Wie habe ich das früher gehasst«, sagte sie zu Kerstin, als sie durch den Flur gingen, »die Gäste unterhielten sich prima im Wohnzimmer, und ich stand allein am Herd.« Beim Betreten der unaufgeräumten Küche rief sie: »Wie schön gemütlich«, stellte Glas und Teller ab und ließ sich auf die Bank plumpsen.
Kerstin zog den Bräter aus dem Ofen. Die Gans war perfekt, braun und knusprig, genau wie auf der Abbildung im Kochbuch.
»Oh, my goodness«, murmelte Dorothea hinter ihr. »Was ist das?«
»Eine Gans«, antwortete Kerstin und dachte, dass sich der Dialog wie von Loriot anhörte.
»Seid ihr nicht Vegetarier? Ich glaube, das hat Simon mal erwähnt.«
»Die haben wir für dich gemacht«, sagte Simon von der Tür her, er sah blass aus.
Dorothea zuckte die Schultern. »Ich habe Gänsebraten schon immer verabscheut, und seit zwei Jahren esse ich überhaupt kein Fleisch mehr.«
»Und wieso hast du dir dann ein Weihnachtsfest wie früher gewünscht?«, fragte Simon in scharfem Ton.
»Was soll ich mir gewünscht haben?«
Simon wiederholte es.
Dorothea starrte ihn eine Weile an. Dann begann sie zu lachen. Sie warf den Kopf in den Nacken und lachte, bis ihr die Luft ausging. »Was für ein Missverständnis«, japste sie. »Bloß nicht so ein Weihnachtsfest wie früher, habe ich gesagt, da bin ich mir sicher. Aber die Telefonverbindung war sehr schlecht.«
Kerstin stand neben dem Herd und versuchte, ihre Gedanken zu sortieren. Simon hielt sich am Türrahmen fest.
Dorothea stutzte. »Jetzt sagt bloß, ihr habt dieses ganze Brimborium nur für mich gemacht? Die Gans, der festlich gedeckte Tisch, der Weihnachtsbaum …«
»… die Weihnachtslieder«, warf Simon ein.
»Und die Festgarderobe«, ergänzte Kerstin.
Dorothea bekam einen weiteren Lachanfall, doch dann sagte sie ernst: »Oh, Kinder, ihr wisst nicht, wie ich dieses Steife und Traditionelle immer gehasst habe.« Sie wandte sich Kerstin zu. »Mein Mann war großzügig und liebenswert, aber in diesem Punkt ließ er nicht mit sich reden. Bis zu seinem Tod nicht. Sosehr er mir auch sonst fehlt, nach diesen schrecklichen Heiligabenden habe ich mich nie zurückgesehnt.«
Simon war noch bleicher geworden. »Aber das Kochen hat dir doch Spaß gemacht?«
»Wenn ich es auf meine Weise machen konnte, schnell, unkompliziert, aus dem Handgelenk. Diese Weihnachtsmenüs allerdings mussten genau so zubereitet werden wie früher von der Mutter meines Mannes und davor wahrscheinlich von deren Mutter. Ich hab natürlich getrickst: Rotkohl aus der Dose, Klöße aus dem Kochbeutel …« Sie kicherte wie ein junges Mädchen.
Kerstin spürte, dass das Magengrummeln nachließ. Sie sah an sich herunter und dann zu Simon hin. »Vielleicht sollten wir uns umziehen?«
»Gute Idee«, bestätigte Dorothea.
Als sie zehn Minuten später in die Küche zurückkamen, hatte Dorothea den rustikalen Holztisch mit bunten Leinensets und einfachen Tellern gedeckt, einen frischen Salat gezaubert, die Klöße gegart und Wein eingeschenkt. Es wurde ein langer und sehr lustiger Abend.
Die Gans würden sie morgen für das Weihnachtsessen der Obdachlosenhilfe stiften.

Zuerst abgedruckt in: Weihnachtsgeschichten am Kamin 30, gesammelt von Barbara Mürmann. Reinbek: Rowohlt 2015, S. 77-82.

 

 

Stilistico Schreibkultur: Schreibseminare 2018

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Das Programm von Stilistico Schreibkultur für 2018 finden Sie auf meiner neu gestalteten Website.

Lassen Sie sich an schöne Orte in Deutschland entführen. Vergessen Sie den Alltag und tauchen Sie für ein paar Tage in fiktive Welten ein, die Sie selbst entwickeln. Im Schreibseminar verwirklichen Sie Ihre eigenen Schreibpläne oder lassen sich von vielfältigen Impulsen anregen. Nebenbei können Sie vorzügliche Hotels, feine Menüs und entspannende Spaziergänge oder Wellnessangebote genießen.

Es erwarten Sie beliebte und bewährte Reiseziele: In Ahrweiler können Sie Kurzgeschichten oder Lebensgeschichten schreiben und in Hillesheim Kriminalromane oder Kriminalerzählungen. Die Schreibwerkstätten in Binz und Leverkusen bieten Gelegenheit zu intensivem Austausch. Besondere Inspiration verspricht das Schreibseminar im Park des Fürsten Pückler in Bad Muskau.

Mein Angebot für den kleinen Schreibhunger zwischendurch habe ich erweitert. Sie haben die Wahl zwischen halb- oder ganztägigen Schreibseminaren zu speziellen Themen. Im Schreibsalon in Ehrenfeld, in Cafés, Parks und anderswo. Geschmack, Duft, Kunstwerke, Blumen und Erinnerungen beflügeln Ihre Schreibfantasie ganz sicher.

Und schließlich können Sie auf literarischen Spaziergängen durch Köln Schriftsteller und Dichterinnen und die Schauplätze ihres Lebens und kulturellen Wirkens entdecken.

Nähere Informationen zu allen Angeboten finden Sie auf  www.Stilistico.de. Wenn Sie lieber in einem Prospekt blättern möchten, senden Sie mir doch einfach eine E-Mail mit Ihrer Anschrift oder rufen Sie mich an. Sie erhalten dann umgehend ein druckfrisches Exemplar.

Sehen wir uns im nächsten Jahr? Ich freue mich auf Sie!

20. Juli 2017: Auf Heinrich Bölls Spuren durch die Südstadt

Bild-Boell-Spazier-FaceIn der Kölner Südstadt verlebte Heinrich Böll – der vor hundert Jahren geboren wurde – den größten Teil seiner Kindheit und Jugend. Auf einem Spaziergang lernen Sie die Häuser kennen, in denen die Familie wohnte und der Vater seine Werkstatt hatte, Bölls bevorzugte Spielplätze, außerdem Brücken, Kirchen, Kneipen und weitere Orte, die im Leben des jungen Böll eine Rolle spielten und die später in fiktionalisierter Form auch Eingang in seine Romane wie etwa »Billard um halbzehn« fanden. Die Literaturwissenschaftlerin Isa Schikorsky stellt an den einzelnen Stationen Biografisches, Anekdotisches und Literarisches des Nobelpreisträgers vor.

 18.30–20 Uhr; Treffpunkt: An der Bank auf der Grünfläche neben der KVB-Haltestelle »Ubierring«, Ubierring, 50678 Köln-Südstadt

Kosten 10 Euro; Anmeldung: 0221-4856490 oder Schikorsky@Stilistico.de

Mini-Bilderbücher schreiben und gestalten

Mini-Bilderbücher waren das Thema eines Samstagsseminars im Rahmen von „Köln spezial„. Die Idee dazu verdanke ich der Künstlerin Petra Paffenholz. Mit einer einfachen Falttechnik lässt sich ein Blatt Papier in ein Minibuch für Kinder oder Erwachsene verwandeln. Wenn Sie es nachmachen möchten: Hier wird es erklärt.

Ein Minibuch besteht also aus acht Seiten (Erweiterungen sind möglich), nimmt man DIN-A3-Blätter, haben die Seiten Oktavheft-Format. Gerade diese Begrenzung macht es spannend, den Inhalt entsprechend auszuwählen und zu reduzieren.

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So sieht das ungefaltete „Buch“ aus. Isa Schikorsky: Tipps zum Schreiben von Minigeschichte

Besonders gut geeignet sind Minibücher, um Geschichten oder Gedichte für Kinder zu gestalten, Geschenk- oder Erinnerungsbücher für Erwachsene oder auch visuelle Arbeitshilfen für eigene Schreibprojekte (z. B. Charakterisierung von Figuren, Plotentwicklung).

Minibuch-ArbeitDie Teilnehmerinnen hatten sich bereits Gedanken gemacht, Texte und Bilder mitgebracht. Ihre Bücher sollten zum Beispiel der Enkelin den Abschied von Köln leichter machen, den Sohn ins Studium begleiten, die Tochter in eine geheimnisvolle Welt entführen. Bei der Gestaltung der Texte war zu überlegen: Was soll auf eine Seite? Welche Typografie passt? Welches Papier (farbig oder weiß) soll für den Ausdruck genutzt werden? Am Nachmittag schloss sich die Illustrierung an. Eine Teilnehmerin zeichnete, einige nutzten eigene Fotos. Außerdem wurden Collagen erstellt, besondere Papiere und Bänder ausgewählt. Dazu kamen dann noch die Einbände aus festerem Papier, die ebenfalls gestaltet werden konnten.

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Fünf Teilnehmerinnen – fünf ganz verschiedene Mini-Bücher

Nachmittags um fünf hatte jede Teilnehmerin ein Büchlein fertiggestellt. Und alle hatten Lust, weitere zu kreieren.

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Sylvia Herrmann: Abenteuer in Annes Garten

„Mir hat das Seminar viel Freude gemacht. Es gab vielfältige Anregungen zur Gestaltung des Bilderbüchleins und Hilfe, so oft man sie brauchte. Es war viel Material vorhanden, aus dem man Ausschnitte gebrauchen konnte. Die Zeit hat gerade ausgereicht, um ein Büchlein fertig zu stellen. Vielen Dank für den schönen Tag und die Anregung, mit eigenen Händen etwas zu gestalten.“ (Sylvia Herrmann)

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Barbara Krupp: Sophia zieht um

„Ich fand das Seminar inspirierend und interessant. Vor allem war es toll, die unterschiedlichen Früchte unserer Arbeit zu vergleichen. Waren wir doch alle 5 mit verschiedenen Vorstellungen, Ideen und Hoffnungen auf gutes Gelingen zu Ihnen gekommen. Diese Hoffnungen haben sich erfüllt; ich finde, alle Teilnehmerinnen haben schöne Bücher gestaltet, die sicher auch bei den Beschenkten Anklang finden werden.“ (Barbara Krupp)

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Gaby van Beers: Tim

„Ich habe den kreativen Tag mit Ihnen und den anderen Teilnehmerinnen sehr genossen! Ihre Führung durch den Tag war inspirierend, es herrschte eine schöne Atmosphäre in der Gruppe, und ich habe ganz viel Lust und Vorfreude auf mein nächstes Minibuch-Projekt mitgenommen. Herzlichen Dank dafür!“ (Gaby van Beers)

Ich habe mich ebenfalls sehr gefreut, dass der Tag so harmonisch und erfolgreich verlaufen ist. Und vor allem: Ich habe selbst Spaß am Gestalten von Mini-Bilderbüchern gefunden und schon tausend Ideen.

Probieren Sie es doch auch mal aus. Es macht wirklich total viel Spaß.

Schreiben im Museum für Angewandte Kunst in Köln

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Museen sind eine unerschöpfliche Fundgrube für Geschichten, Gedichte, Beschreibungen und Reflexionen. Das gilt insbesondere für das Museum für Angewandte Kunst in Köln.

Hier findet am Donnerstag, 2. Februar 2017, von 16 bis 19 Uhr ein Schreibseminar statt. Kosten: 20 Euro (plus Eintritt 10 Euro, den an diesem Tag nur Nichtkölner zahlen müssen). Bitte melden Sie sich per E-Mail (Schikorsky@Stilistico.de) oder telefonisch an (0221 4856490) – Ich freue mich auf Sie!

Das MAKK ist mit seinen Exponaten aus 800 Jahren europäischen Kunsthandwerks und Designs eine der bedeutendsten Sammlungen in Deutschland. Gezeigt werden Schmuck, Geschirr, Gläser, Besteck, Luxus- und Zierobjekte, Möbel und Kleinplastik und vieles mehr. Dazu gehören großartige Kunstwerke wie die „Madonna mit Kind“ (1495) von Tilmann Riemenschneider, aufwendig gestaltete Intarsienmöbel als Zeugnisse großartiger Handwerkskunst und auch manch skurriler Gegenstand wie etwa Genever-Kannen in Form von Mann und Frau.

Schreibtipp  Jedes einzelne Objekt kann zahllose Geschichten erzählen. Wer mag das venezianische Flügelglas geblasen und verziert haben? Wie viel mag der Glasbläser verdient haben? Wie hat er gelebt? Wer hat das Glas gekauft? Aus welchem Anlass? Wer hat was daraus getrunken?  Wie ist es von Venedig nach Köln gekommen? Und was könnte in Zukunft noch mit ihm geschehen? Was würde das Glas selbst über seine Abenteuer und Erlebnisse erzählen? Über die Lippen, die seinen Rand berührten, die Finger in Seidenhandschuhen, die seinen Stiel umfassten, die schwieligen Hände, die es spülten und polierten. Und was alles lässt sich über seine Schönheit schreiben: Die  Zartheit der Gestalt, die Symmetrie der Verzierungen, die fein abgestimmten Blau- und Grüntöne.

Wer hat an dem Schreibtisch aus dem 15. Jahrhundert gesessen? In welchem Flur stand die Uhr von 1792 und wie mag sie geklungen haben? Welche Tafel schmückte das Prunkgeschirr aus Paris? So lässt sich unendlich weiterfragen. Es bleibt Ihrer Fantasie überlassen, die Geschichten dazu zu finden und aufzuschreiben. Viel Spaß dabei!