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Stilistico Schreibkultur: Schreibseminare 2018

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Das Programm von Stilistico Schreibkultur für 2018 finden Sie auf meiner neu gestalteten Website.

Lassen Sie sich an schöne Orte in Deutschland entführen. Vergessen Sie den Alltag und tauchen Sie für ein paar Tage in fiktive Welten ein, die Sie selbst entwickeln. Im Schreibseminar verwirklichen Sie Ihre eigenen Schreibpläne oder lassen sich von vielfältigen Impulsen anregen. Nebenbei können Sie vorzügliche Hotels, feine Menüs und entspannende Spaziergänge oder Wellnessangebote genießen.

Es erwarten Sie beliebte und bewährte Reiseziele: In Ahrweiler können Sie Kurzgeschichten oder Lebensgeschichten schreiben und in Hillesheim Kriminalromane oder Kriminalerzählungen. Die Schreibwerkstätten in Binz und Leverkusen bieten Gelegenheit zu intensivem Austausch. Besondere Inspiration verspricht das Schreibseminar im Park des Fürsten Pückler in Bad Muskau.

Mein Angebot für den kleinen Schreibhunger zwischendurch habe ich erweitert. Sie haben die Wahl zwischen halb- oder ganztägigen Schreibseminaren zu speziellen Themen. Im Schreibsalon in Ehrenfeld, in Cafés, Parks und anderswo. Geschmack, Duft, Kunstwerke, Blumen und Erinnerungen beflügeln Ihre Schreibfantasie ganz sicher.

Und schließlich können Sie auf literarischen Spaziergängen durch Köln Schriftsteller und Dichterinnen und die Schauplätze ihres Lebens und kulturellen Wirkens entdecken.

Nähere Informationen zu allen Angeboten finden Sie auf  www.Stilistico.de. Wenn Sie lieber in einem Prospekt blättern möchten, senden Sie mir doch einfach eine E-Mail mit Ihrer Anschrift oder rufen Sie mich an. Sie erhalten dann umgehend ein druckfrisches Exemplar.

Sehen wir uns im nächsten Jahr? Ich freue mich auf Sie!

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Auf Schreibexpedition in der Stadt

Motoren summen vor der roten Ampel: startklar. Der Schatten reicht für den Bürgersteig und den Radweg daneben. Das grüne Band des Kanals liegt träge im Sonnenschein. Algenblüte macht sich breit. In der prallen Mittagssonne strahlt der Sandplatz die Unerbittlichkeit der durchglühten Sahara aus. Julian geht weiter. Unzählige Fahrräder säumen die Wiesen vor den Gebäuden, auf denen junge Menschen im Schatten großer Linden sitzen, deren welkende Blüten einen letzten Duft verströmen.

Hungrig ist er nicht. Zum Frühstück isst er immer eine Portion Pellkartoffeln mit Quark. Und doch sucht er sich einen Platz im Straßencafé, bestellt Cappuccino und Kuchen, klappt sein Laptop auf, startet ihn und liest, was er zuletzt geschrieben hat: „Dabei war es nur sein Bestreben, endlich einmal die Produktionsanstalten des von ihm so geliebten Eau des Cologne in Augenschein zu nehmen. Beiß die Zähne zusammen, alter Knabe, machte er sich selbst Mut, während Gänsehaut seinen Nacken hinaufkroch.“ Wie soll es weitergehen mit seinem Horrorroman? Julian fehlt eine zündende Idee. Er überlegt eine Weile, dann schweifen seine Gedanken ab. Hier zu sitzen, Himbeertörtchen zu essen, Kaffee zu schlürfen, Sonne auf der Haut, ist unvergleichlich besser als in engen Institutsgebäuden sinnlose Anträge zu formulieren. Andererseits: Wenn er das Manuskript nicht bald abschließt, wird er seine Karriere als Schriftsteller vergessen können.

Koeln-IMG_6331Haben Sie es gemerkt? Dieser Text hat nicht einen Urheber, sondern sieben. Es ist eine kleine Collage von Lieblingssätzen der Teilnehmerinnen am Sommerschreibworkshop  der Volkshochschule Köln im letzten Jahr.

Inzwischen hat dieses Seminar schon Tradition. Es ist eine tolle Gelegenheit, verschiedene Stadtteile auf ungewöhnliche Weise zu entdecken. Sie gehen durch teils fremde, teil vertraute Straßen und Parks und sehen alles mit den Augen des Schreibenden. Da wird der harmlose Passant schnell zur unheimlichen Figur. Da der Seminarort direkt an den Hauptfriedhof Kölns grenzt, den Melatenfriedhof, gibt es die zusätzliche Möglichkeit, dort den Geschichten von prominenten und weniger bekannten Menschen wie etwa dem etwa Erfinder des Eau des Cologne nachzuspüren.

Gehen Sie doch einfach mal bei sich zu Hause auf Schreibexpedition. Einen anregenden Impuls gibt die Stadtplanfantasie. So funktioniert es:

  1. Nehmen Sie den Stadtplan Ihres Wohnortes zur Hand oder rufen Sie ihn im Internet auf.
  2. Suchen Sie sich einen Punkt auf dem Stadtplanausschnitt nach dem Zufallsprinzip: Augen schließen, mit einem Stift einen Punkt markieren.
  3. Notieren Sie zunächst Ihre Vorstellungen vom gewählten Ort: Wie wird es dort aussehen? Was wird zu riechen und zu hören sein? Wer lebt dort? Wer begegnet Ihnen dort? Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf.
  4. Suchen Sie dann den Ort auf. Notieren Sie jetzt, was Sie tatsächlich dort wahrnehmen. Berücksichtigen Sie alle Sinne. Beziehen Sie das Wetter, tages- oder jahreszeitliche Besonderheiten mit ein. Versuchen Sie, die besondere Stimmung des Ortes und seiner Menschen einzufangen.
  5. Schreiben Sie unterwegs oder nach Ihrer Rückkehr eine kleine Geschichte oder Beschreibung des Ortes.
  6. Wenn Sie mögen, stellen Sie das Ergebnis (oder einen Ausschnitt) hier ein.

Viel Vergnügen.

Wer Lust hat, Köln-Lindenthal mit allen Sinnen und den Mitteln der Sprache zu entdecken: In der Schreibwerkstatt vom 7. bis 10. Juli 2014 sind noch ein paar Plätze frei. Ich freue mich auf Sie.