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Weihnachtsschreibtipp: Was die Christbaumkugel erzählt

Sie haben Weihnachten oder zwischen den Jahren endlich Zeit zum Schreiben, suchen aber noch nach einer Idee?

weihnachtskugeln

Dann hören Sie doch einfach mal auf das, was Ihnen eine Kugel an Ihrem Weihnachtsbaum erzählt. Oder der Nussknacker aus dem Erzgebirge. Es kann auch eine der Krippenfiguren sein oder ein einfacher Tannenzweig oder – ich bin sicher, es gibt genügend Gegenstände in Ihrem Umfeld, die liebend gern mit Ihnen plaudern. Mancher kann auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken. Die große Silberkugel schmückte möglicherweise bereits das Weihnachtszimmer der Großeltern, der Nussknacker stand vorher in einer Bude auf dem Weihnachtsmarkt, die Tanne wuchs über viele Jahre im Wald heran.

Und was mag die Christbaumkugel alles beobachtet haben von ihrem Aussichtspunkt? Wie viel Freude und vielleicht auch Kummer? Was alles hat sich in ihrer Oberfläche gespiegelt, wer hielt sie in Händen, wer brachte sie beinahe zu Fall? Und wie und wo verbringt sie die vielen Wochen, in denen sie nicht am Weihnachtsbaum ihre Glanzrolle spielt? Lauschen Sie auch auf die Geschichten, die Ihnen die Christbaumkugel über ihre Mitstreiter erzählt. Sie erfahren bestimmt ganz erstaunliche Dinge. Sicher lästert sie über die Arroganz der Christbaumspitze, berichtet von Rangeleien um die besten Plätze (gut sichtbar, aber nicht zu dicht unter tropfenden Kerzen) und von der unvermutet auftauchenden Konkurrenz aus Holz, Filz oder gar Plastik (!) und schildert ihre Angst davor, dass ein Wechsel des Farbkonzepts (»dieses Jahr schmücken wir alles in Rot«) ihrer Karriere ein ebenso plötzliches wie unrühmliches Ende bereiten könnte.

Ich wünsche Ihnen glückliche Weihnachten mit vielen schönen Geschichten!

 

 

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Sinnenrausch Weihnachtsmarkt – Schreibseminar

weihnachtsmarkt2015-6-von-9

Weihnachtsmärkte berauschen mit Lichterglanz, Mandelduft und Glockenklang. Sie laden dazu ein, mit allen Sinnen zu schreiben. Im letzten Jahr sind sehr eigenwillige Texte entstanden, die auch etwas von dem Widerspruch zwischen Hektik und Kommerz auf der einen Seite und dem Wunsch nach festlicher Stimmung und Harmonie auf der anderen Seite ausdrückten. Ich freue mich, wenn Sie diesmal dabei sind.

Lassen Sie sich inspirieren. Bummeln Sie mit offenen Ohren und Augen über den »Markt der Engel« in Köln, achten Sie auf Gerüche, Geräusche und Ihre Empfindungen. Dabei entdecken Sie ganz sicher Stoff für eine besondere Weihnachtsgeschichte.
Die können Sie anschließend im Schreibraum in der Schönsteinstraße gestalten und in gemütlicher Runde bei Punsch, Gebäck und Kerzenschein vorstellen.
Ihr Schreibzeug bringen Sie bitte mit (Heft oder Block, Stift, Laptop etc.).
Bitte melden Sie sich an: 0221-4856490 oder Schikorsky@Stilistico.de

Donnerstag. 1. Dezember 2016, 3–8 Teilnehmer
17–21 Uhr, 30 Euro (inkl. Punsch und Gebäck)
Leitung: Isa Schikorsky 

Treffpunkt: Mayersche Buchhandlung, Neumarkt 2, 50667 Köln-Zentrum.
Fortsetzung des Seminars: Schönsteinstraße 12A, 50825 Köln-Ehrenfeld

Wunderbare Weihnachten …

Weihnachtsmarkt2015-(9-von-9)

… mit viel Zeit zum Schmökern und Geschichten erfinden wünsche ich allen Lese- und Schreibbegeisterten. Und viel Vergnügen mit der Weihnachtsgeschichte:

Gemeinsam statt einsam

von Isa Schikorsky

Zu früh. Zwanzig Minuten zu früh hatte Katrin das Jugendstilhaus in einer stillen Seitenstraße erreicht. Die Adresse stimmte, Svens Nachname stand auf einem der Messingschildchen.
Unmöglich, jetzt schon zu klingeln. Katrin schlenderte weiter, so langsam wie möglich. Die Kälte drang durch ihren Mantel. Sie schlug den Kragen hoch, zog die Mütze tiefer über die Ohren. Wieso hatte sie diese alberne Einladung überhaupt angenommen? Vor dem Schaufenster einer Bäckerei blieb sie stehen. Es war leer bis auf einen Korb mit Brötchenattrappen. Trotzdem starrte sie darauf, als würden dort Juwelen präsentiert. Der Glühwein war schuld, dachte sie. Gestern nach Feierabend hatten sie und ihre Arbeitskollegen noch auf dem Weihnachtsmarkt zusammengestanden, und jeder hatte von seinem Heiligabend geschwärmt. Man feierte mit dem Partner, der Familie oder Freunden, mit Krippenspiel, Gänsebraten oder Luxusmenü. Immer aber war es ganz wunderbar, ungemein harmonisch oder wahnsinnig gemütlich. Es musste nach dem dritten Glühwein gewesen sein, da hatte sie ziemlich laut dazwischengerufen, dass Heiligabend das verlogenste Fest des Jahres sei und nur auf eine Weise mit Anstand begangen werden könne: allein. Das mache sie seit langem so, aus Überzeugung. Die anderen hatten sie erst erschrocken angesehen und dann heftig protestiert. Sie konnte sich ihren Ausbruch selbst nicht erklären.
Als sich die Runde auflöste, hatte Sven gesagt: »Lass mich dir beweisen, dass es anders auch Spaß macht.« Und schon im Fortgehen hatte er gerufen: »Morgen Nachmittag um fünf«, und die Adresse genannt. Noch bevor sie ablehnen konnte, war er im Gedränge des Weihnachtsmarkts verschwunden gewesen.
Immer noch eine Viertelstunde zu früh. Katrin wandte sich vom Schaufenster ab, begann zurückzubummeln – und blieb nach wenigen Schritten wie versteinert stehen. Warum konnte sie nicht unsichtbar werden? Sven näherte sich von der anderen Seite her dem Haus, auf seiner rechten Hand einen Karton balancierend. Auch er hatte sie offenbar sofort erkannt. Für einen kurzen Moment schien er verwirrt, dann sah er auf seine Uhr, aber da hatte Katrin ihn schon erreicht und entschuldigte sich wortreich. Sven lachte nur, das sei überhaupt kein Problem.

Als sie die Wohnung betraten, glaubte Katrin den Geruch von Gänsebraten und Rotkohl wahrzunehmen, aber vielleicht bildete sie sich das auch nur ein. Sven bat sie ins Wohnzimmer und entschuldigte sich für einen Moment. Er müsse den Kuchenkarton kühl stellen.
Neugierig blickte Katrin sich um. Ihr gefiel, was sie sah: wenige Designermöbel kombiniert mit ein paar alten Stücken, kein Schnickschnack, keine Weihnachtsdekoration. Dafür drängten sich die Bücher in deckenhohen Regalen und im Kaminofen prasselte ein Holzfeuer. Katrin lehnte sich in dem Ledersessel zurück, ihre Anspannung löste sich allmählich. Sie hatte sich alle möglichen Horrorszenen ausgemalt: ein Essen mit Leuten, die sie allesamt nicht kannte, eine Familienfeier oder eine dieser schrecklichen Riesenpartys. Doch nichts wies darauf hin, dass noch weitere Gäste erwartet wurden. Katrin war unschlüssig, ob ihr die Vorstellung von einem Abend zu zweit behagte. Sven, der erst seit kurzem in ihrer Abteilung arbeitete, war ein sympathischer Kollege, zwar mit Halbglatze und Bauchansatz vom Äußeren her nicht wirklich attraktiv, aber sie schienen beide einen ähnlichen Geschmack und gemeinsame Interessen zu haben, keine schlechten Voraussetzungen …
Sven kam mit zwei Sektgläsern herein und setzte sich in den Sessel gegenüber. Beim Anstoßen sahen sie einander in die Augen, lächelten sich an und dann – schwiegen sie. Katrin fiel ein, dass sie noch nie mit ihm allein gewesen war. Auf einem Tischchen entdeckte sie einen Stapel Bücher. Sie zeigte auf das obere. »Das lese ich auch gerade. Wie gefällt es dir?«
»Ich komme wenig zum Lesen«, murmelte er, sprang unvermittelt auf und suchte lange nach einer CD, bis er sich endlich für Bachs Weihnachtsoratorium entschied.
»Bachs Musik wirkt immer so beruhigend«, sagte Katrin, froh, endlich ein Thema gefunden zu haben.
»Findest du?« Sven sah sie unsicher an, während er wieder Platz nahm. »Ich stehe mehr auf Dark Wave.«
»Ah ja.« Sie hatte keine Ahnung, was das war.
Das Gespräch schleppte sich dahin. Auf ihre Fragen nach Kinofilmen und Kunstausstellungen wusste Sven nichts zu antworten, während sie sich weder mit Networking noch mit Marathonlaufen auskannte. Sie empfand Unwillen. Hier lief etwas ganz gewaltig schief. Wie sollte sie diesen Abend überstehen? Dann doch lieber allein. Sie würde jetzt sofort aufstehen und gehen. Jetzt.

Jetzt knirschte ein Schlüssel im Schloss der Eingangstür. Stimmen wurden laut, Kinder lachten, jemand rief: »Hallo, wir sind da!«
Svens Gesicht begann zu strahlen, er schnellte hoch und lief hinaus. Kurz darauf füllte sich das Zimmer. Ein älteres Paar, eine weißhaarige Dame mit Stock, eine Frau mit roten Locken, ein Junge und ein Mädchen begrüßten Katrin ganz selbstverständlich und murmelten ihre Namen. Alle gehörten wohl irgendwie zu Svens Familie. Die Kleine musterte Katrin ungeniert, fragte schnippisch: »Bist du seine neue Freundin?«, und rannte kichernd weg.
Wollte Sven sie etwa als seine Freundin präsentieren? Sie musste ihn zur Rede stellen, sah ihn aber nirgends. Weitere Gäste trafen ein: Freunde und Verwandte, wie es schien. Versteinert vor Wut stand Katrin in dem Trubel, eingeklemmt zwischen Umarmungen und Wie-geht’s-Fragen.
Endlich tauchte Sven wieder auf. Doch bevor sie sich zu ihm durchgekämpft hatte, liefen die Kinder auf ihn zu, schrien »Papa« und zerrten an seinem Arm, die Rotlockige schmiegte sich an seine andere Seite. Katrin spürte einen kleinen Stich der Enttäuschung und eine große Welle der Empörung. Nein, sie hatte es wirklich nicht nötig, sich als Statistin in einer Inszenierung »Familienglück am Heiligabend« missbrauchen zu lassen. Auf der Stelle würde sie verschwinden.

Plötzlich brachen die Gespräche ab. Ein Glöckchen bimmelte, eine Schiebetür wurde aufgeschoben, die Gäste riefen »Oh« und »Ah« und drängten sich nach nebenan.
»Kommen Sie, meine Liebe«, rief die weißhaarige Dame und winkte Katrin heran.
Zögernd betrat sie das geräumige Esszimmer, in dem ein Weihnachtsbaum in Rot und Gold glänzte, dessen Spitze beinahe die Decke berührte. Dahinter war eine lange Tafel gedeckt. Jemand spielte Klavier, Weihnachtslieder wurden gesungen, das Mädchen trug ein Gedicht vor, der Junge spielte Blockflöte. Katrin schalt sich eine sentimentale Ziege, weil die Atmosphäre sie wider Willen faszinierte und berührte.
Dann begannen die Kinder, ihre Geschenke auszupacken. Die Erwachsenen schauten lächelnd zu. Nur ein Mann, der ebenfalls etwas abseits stand, betrachtete die Szene wie sie mit Skepsis. Er war etwa in ihrem Alter, schlank und hochgewachsen, hatte strubbeliges Haar und kluge Augen. Ihre Blicke begegneten sich. Katrin spürte, dass sie rot wurde, und wandte sich schnell ab.
Der besinnliche Teil des Abends schien beendet zu sein. Sektgläser wurden herumgereicht, die Gespräche setzten wieder ein. Katrin war unschlüssig, was sie tun sollte. Sie lehnte an einem der Bücheregale, die selbst hier im Esszimmer die Wände verbargen. Wie konnte jemand so viele Bücher besitzen und dann nicht lesen? Mit den Augen suchte sie die Reihen ab, zog schließlich einen Band heraus und begann zu blättern.
»Hast du meinen Bruder Jonas schon kennengelernt?« Erschrocken drehte Katrin sich um. Neben dem grinsenden Sven stand der Strubbelkopf und musterte sie aufmerksam.
»Katrin ist eine sehr nette Kollegin«, erklärte Sven seinem Bruder. »Ich wollte, dass sie mal ein richtiges Familienweihnachtsfest erlebt.«
Katrin zog die Augenbrauen zusammen. Verdammter Lügner. Jetzt durchschaute sie sein Spiel. Mit seinem Bruder wollte er sie verkuppeln. Aber nicht mit ihr. Bei nächster Gelegenheit würde sie gehen.
»Das können Sie hier bestimmt«, bestätigte Jonas ernst.
Sven blinzelte Katrin zu. »Mein Bruder behauptet immer, er würde am liebsten ganz für sich allein feiern.«
»Was diese Familie leider immer wieder zu verhindern weiß«, knurrte Jonas.
»Ja«, sagte Sven und lachte, »es geht immer reihum, das ist Tradition. Diesmal musste Jonas seine Wohnung zur Verfügung stellen, alles organisieren und unsere Eltern vom Bahnhof abholen.«
»Das hier ist Ihre Wohnung?«, stotterte Katrin und wandte sich Jonas zu.
»Natürlich.« Jonas schien irritiert. »Übrigens: Kennen Sie es?«
»Was?« Katrin starrte ihn verständnislos an. Er wies auf das Buch in ihrer Hand.
»Es gehört zu meinen Lieblingsbüchern«, sagte sie lächelnd.
»Zu meinen auch.« Er erwiderte ihr Lächeln.

Zuerst abgedruckt in: Weihnachtsgeschichten am Kamin 26, gesammelt von Barbara Mürmann. Reinbek: Rowohlt 2011, S. 53-58

Schreibimpuls: Was macht Ihre Hauptfigur Weihnachten?

Weihnachtsmann KostümWeihnachten ist die Zeit der Rituale und Traditionen. Zu diesem Fest hat jeder eine Haltung und ganz konkrete Vorstellungen! Und manchmal prallen die Extreme aufeinander. Da ist der gesellige Familientyp , für den es nichts Schöneres gibt, als die Festtage im Kreise seiner Lieben zu verbringen. Den Gegenpol bildet der Individualist, der jede Art von verordneter Feierlichkeit ablehnt und sich – wenn möglich – in eine einsame Berghütte zurückzieht. Dazwischen findet sich ein breites Spektrum an Möglichkeiten. Ob überhaupt und wie jemand Weihnachten feiert, sagt sehr viel über den Menschen, seine Lebensart und seinen Charakter aus. Beste Voraussetzungen also, um literarische Figuren näher zu erkunden.

Wie steht die Hauptfigur Ihres nächsten Romans zu Weihnachten?

Kennen Sie Ihren Protagonisten oder Ihre Protagonistin schon gut genug, um diese Frage beantworten zu können? Wenn nicht, sollten Sie nachfragen, welcher Weihnachtstyp er oder sie ist. So lernen Sie Ihren Helden oder Ihre Heldin besser kennen. Sie können einfach die Gedanken aus der Perspektive der Figur aufschreiben. Beginnen Sie vielleicht mit dem Satz: Also, für mich ist Weihnachten …

Wer lieber strukturierter vorgeht, entwickelt einen Fragebogen oder Fragen für ein Interview:

  • Wie verlebst du Weihnachten am liebsten?
  • Mit wem verbringst du Feiertage?
  • Was gefällt dir an Weihnachten?
  • Was hasst du an Weihnachten?
  • Wie schmückst du den Baum?
  • Was gibt es zu essen und zu trinken?
  • Was verschenkst du und was wünscht du dir?
  • Welche Erinnerungen hast du an Weihnachten in deiner Kindheit?

Lassen Sie Ihre Figur diese Fragen beantworten. Oder Sie erfinden Entweder-oder-Fragen, zum Beispiel:

  • Gans oder Pizza?
  • „Weihnachten bei den Hoppenstedts“ oder „Sissi“?
  • Lametta oder Holzsterne?
  • Kleines Schwarzes mit Glitzer oder Schlabbershirt?
  • Echte Kerzen oder LED-Lichter?
  • Glühwein oder Champagner?
  • Jingle Bells oder Weihnachtsoratorium?

Zahlreiche weitere Tipps zum Entwickeln und Kennenlernen von Figuren finden Sie in dem Schreibratgeber: Helden, Helfer und Halunken 

Ich wünsche viel Spaß mit dem Erkunden der Figuren. Und Ihnen natürlich ein wunderbares Weihnachtsfest – in welcher Spielart Sie es auch immer verbringen – und einen schwungvollen Start ins Jahr 2015!

Foto: (c) Thaut Images – http://www.fotolia.com

Geschenktipp: „Weihnachtsgeschichten am Kamin“

WeihnachtsgeschichtenEs ist jedes Jahr wieder ein wunderbares Geschenk für alle Mütter, Großmütter, Tanten und anderen Verwandten: Von den Weihnachtsgeschichten am Kamin hat der Rowohlt Verlag in diesem Jahr den 29. Band veröffentlicht. Der Titel beschreibt zugleich die bevorzugte Lektüresituation. Doch nicht nur vor dem Kamin, auch vor dem Weihnachtsbaum, dem Adventskranz oder einer einfachen Kerze entfalten die Geschichten und (wenigen) Gedichte ihren ganz besonderen Charme. Sie sind bestens zum Vorlesen geeignet, denn sie haben genau die richtige Länge, um niemanden zu langweilen, und berühren emotional, weil sie Erinnerungen wecken und eigene Erfahrungen ansprechen. Heitere und besinnliche Texte, Selbsterlebtes und Erdachtes wechseln sich ab. Alle Geschichten kreisen um den angeblich schönsten Tag des Jahres, der so manche Tücke und Klippe birgt.

Meine Favoriten unter den 43 Titeln: Anja Puhane erzählt in „Die Ratten und Familie Müller“ mit Witz und Hintersinn vom wohltätigen Wirken der Nager in der Weihnachtsnacht. Wie die kleine Emma und „Fixfax“ sich kennenlernen, schildert Bianca Willsch in ihrer zauberhaften Geschichte, die an E. T. A. Hoffmanns Nußknacker-Märchen erinnert. Sein erstes Weihnachtsfest als Ehemann lässt Josef Pryzklenk Revue passieren. Er zeigt mit seiner humorvollen Sprache, dass sich kleine Katastrophen am besten mit Witz und Gelassenheit meistern lassen. Utta Kaiser-Plessow erzählt in ihrer anrührenden Geschichte von einer jungen Frau, die ausgerechnet am Heiligabend einen Entschluss fasst, der ihrem Leben eine entscheidende Wende gibt. Und Gisela Kruyer führt uns zurück in die Sechzigerjahre und lässt uns in „Ist das Leben nicht schön?“ eine zeittypische Familienweihnacht miterleben. Mit scharfem Blick und Selbstironie seziert sie die Abgründe hinter der Harmonie, nach der alle sich sehnten.