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Tatort Eifel: Krimis schreiben an der Ahr

Dass der Besuch eines Schreibseminars tatsächlich etwas bewirken kann, bestätigen mir Teilnehmer und Teilnehmerinnen immer wieder. Manche stellen dabei fest, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist, andere vervollkommnen ihre Schreibtechniken oder lernen neue dazu, andere finden überhaupt erst Spaß am Schreiben und Themen, die sie begeistern. Oft erfahre ich viel später, dass ein Schreibprojekt abgeschlossen, ein Roman veröffentlicht, eine Kurzgeschichte in einem Wettbewerb ausgezeichnet oder ein Gedicht in eine Anthologie aufgenommen wurde. Das freut mich immer sehr.

Doch so zielstrebige Autorinnen wie im Oktober 2014 im Krimiseminar in Hillesheim in der Eifel sind mir nie zuvor begegnet. Vielversprechende Anfänge und Ideenskizzen hatten alle geschrieben. Doch zwei Teilnehmerinnen setzten sich anschließend zusammen und planten, innerhalb eines Jahres ihre Krimis abzuschließen. Sie unterstützten und motivierten sich gegenseitig bei der Arbeit. Mit Erfolg. Anne Poettgens  Roman Mord am Kirchberg erschien im November 2015, der von B. D. Thion: Der Tote in deinem Garten im März 2016. Anne Poettgen hat inzwischen außerdem noch eine Sammlung von Kurzkrimis (Mörder haben gute Gründe) veröffentlicht und ihr zweiter Kriminalroman kommt demnächst auf den Markt.

Wäre das ein Weg für Sie? Dann können Sie im Schreibseminar Tatort Eifel: Krimis schreiben an der Ahr vom 8. bis 10. November mit Ihrem Krimiprojekt starten. Sie lernen die Grundregeln des Genres kennen, entwickeln einen spannenden Fall, erfinden einen interessanten Ermittler oder eine spezielle Ermittlerin, suchen nach einem geeigneten Tatort und beginnen zu schreiben. Einen Kurzkrimi beenden Sie möglicherweise in den drei Seminartagen, für einen längeren Roman legen Sie ein tragfähiges Fundament.

Was Sie dafür tun müssen? Sich bis zum 3. Oktober 2016 anmelden. Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Ich würde mich freuen, Sie im Hotel Rodderhof in Ahrweiler begrüßen zu können.

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Mörderisch kreative Schreibtage in Hillesheim

Krimihotel-2014Es ging wieder mörderisch kreativ zu beim inzwischen dritten Krimiseminar in der Eifel. Sieben Teilnehmerinnen und ein Teilnehmer reisten an – aus der Schweiz und der Eifel, aus Franken und Hessen, aus dem Rheinland und vom  Niederrhein. Alle waren entschlossen, das meist schon lange geplante Projekt Krimischreiben endlich in die Tat umzusetzen.

Von Mittwoch bis Freitag wurde intensiv gearbeitet und viel gelacht. Besonderen Spaß machte es, die vorgestellten Ideen weiterzuspinnen. Jeder Teilnehmer entwickelte zunächst einen Plot, dann eine Ermittlerfigur. Am Donnerstagvormittag ging es auf Schauplatzsuche durch Hillesheim. Erstaunlich, was dabei alles gefunden wurde: geheimnisvolle Villen, interessante Charaktere, besondere Details. Auch das Krimihotel mit seinem einzigartigen Flair und Interieur regte die Fantasie an. Selbst beim Abendessen wurde weiter über Mord- und Todesarten diskutiert. Am Ende des Seminars hatte jeder einen Anfang geschrieben.

Birgit Hächls Krimi spielt in einem Städtchen, das Hillesheim in mancher Einzelheit ähnelt. Doch der Ort wirkt nur zu Beginn idyllisch:

Der Wald um Hohheim hatte längst sein flammendes Herbstkleid angelegt, aber regenschwangeres Grau dämpfte die Farben und drückte auf die Stimmung der Menschen. Sie eilten über den kleinen Wochenmarkt und hofften noch vor dem Guss ihre warmen Stuben, ihre Zeitung und ihr Käffchen zu erreichen. Was auch immer in der Welt draußen vor sich ging, in ihrem kleinen Städtchen war alles im Lot.

Anne Pöttgen führt uns an einen Ort, an dem Klatsch und Tratsch blühen und zu  kuriosen Spekulationen und Verdächtigungen führen. Mehr sei darüber noch nicht verraten. Ihr Krimi  „Wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt“ beginnt so:

Die Börse war schon wieder auf Talfahrt. Wie oft hatte Christel  diese Nachricht schon gelesen. Aber das konnte ihr ganz egal sein, sie hatte längst keine Aktien und kein Depot mehr. Ihr verstorbener Mann Werner und ihr eigener Fleiß während eines langen Lebens hatten dafür gesorgt, dass es ihr trotzdem gut ging. Sie kämmte sich ihre grauen Haare und machte sich auf den Weg zu ihrer Freundin Frau Klunemeier.

Mit einem tragischen Unfall lässt Bob Klenk seinen Krimi „Tod am Baum“ beginnen:

Vulkaneifel, Ende Oktober, es war bestimmt schon schöner hier. Früher Morgen. Schwarze Wolken ziehen rasch vorüber, lassen es da und dort regnen. Polizisten stehen am Waldrand um ein Auto herum, fotografieren, sichern Spuren. Die Frau am Steuer hängt mehr in ihrem Gurt, als dass sie sitzt, der Airbag ebenso schlaff aus dem Lenkrad. Auf der Rückbank liegt ein Plüschtier.

Eine Frau ist verschwunden, die Freundin macht sich Sorgen. Damit beginnt der Krimi von Ingrid Marxen:

„Sie müssen unbedingt etwas unternehmen!“ Luzia Kilens rang nervös ihre Hände und schaute Komissar Werner Menrath hilfesuchend an.

„Wann, sagten Sie, haben sie Frau Anmeier zuletzt gesehen?“

„Es war letzten Dienstag. Nach der Beerdigung habe ich Carla vor ihrer Haustür abgesetzt …“

Brigitte Tjiongs Krimi spielt auf Gran Canaria und in der Eifel. Viel Vergnügen bereitete uns ihr etwa skurriler Ermittler:

Don Pansa, der kleine dicke Kommissar der Ferieninsel Canaria, musste
seinen Wagen vor der langen und steilen Auffahrt zur Villa „Monbijou“
am Fuße des Hügels stehen lassen. Überall auf dem Weg standen Polizei-
und Krankenwagen, auch der schwarzglänzende Wagen eines
Leichenbestatters machte sich breit.
„Immer dieser Umstand“, murrte Pansa, „leicht wird‘ s einem nicht
gemacht.“ Bereits nach wenigen Schritten keuchte er, als ob er einen
Marathonlauf hinter sich hätte.

Von der Herbststimmung in der Umgebung von Hillesheim ließ sich Eva Glaßl inspirieren:

Der Streifenwagen schlängelte sich auf der Landstraße aus Richtung Daun kommend auf die Anhöhe, die den Blick freigab auf das bereits herbstlich gefärbte Kerpener Tal.

„Wo soll der Feldweg denn jetzt sein?“, fragte Martin Steiner beinahe vorwurfsvoll seinen Kollegen Hartl und bremste den Wagen ab. „Der hat doch gesagt, man sieht den Wagen, sobald wir hier oben sind.“

Mitten hinein ins gar nicht so beschauliche Landleben führt uns Dorothea Schiefer mit ihrem Krimi „Todeskühe“:

Heribert Gillenborn blieb auf dem Weg vom Wohnhaus zum Pferdestall stehen. Er sah sich um. Hatte das Unwetter gestern Abend größeren Schaden angerichtet? Nein, außer den beiden Kübelpflanzen neben der Tür zum Wohnhaus war nichts durch die Gegend geflogen oder umgestürzt. Seine Pferde waren schon im Stall gewesen, als der Sturm losbrach. Nach einer knappen halben Stunde war der Spuk vorbei gewesen. Er schüttelte sich noch mal bei der Erinnerung und setzte seinen Weg fort. Da runzelte er die Stirn und horchte. Was war das?

Die Gruppe war sich einig, dass jeder dieser Anfänge das Zeug hat, zu einem spannenden Krimi heranzuwachsen. Was meinen Sie? Welchen Text möchten Sie weiterlesen?