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20. Juli 2017: Auf Heinrich Bölls Spuren durch die Südstadt

Bild-Boell-Spazier-FaceIn der Kölner Südstadt verlebte Heinrich Böll – der vor hundert Jahren geboren wurde – den größten Teil seiner Kindheit und Jugend. Auf einem Spaziergang lernen Sie die Häuser kennen, in denen die Familie wohnte und der Vater seine Werkstatt hatte, Bölls bevorzugte Spielplätze, außerdem Brücken, Kirchen, Kneipen und weitere Orte, die im Leben des jungen Böll eine Rolle spielten und die später in fiktionalisierter Form auch Eingang in seine Romane wie etwa »Billard um halbzehn« fanden. Die Literaturwissenschaftlerin Isa Schikorsky stellt an den einzelnen Stationen Biografisches, Anekdotisches und Literarisches des Nobelpreisträgers vor.

 18.30–20 Uhr; Treffpunkt: An der Bank auf der Grünfläche neben der KVB-Haltestelle »Ubierring«, Ubierring, 50678 Köln-Südstadt

Kosten 10 Euro; Anmeldung: 0221-4856490 oder Schikorsky@Stilistico.de

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Der Böllweg bei Much

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Der Böllweg bei Much (es gibt noch einen zweiten Böllweg in der Eifel) ist die Nummer 20 von den insgesamt 24 Bergischen Streifzügen. Zwölf Kilometer lang ist die Runde, die keine besonderen Anforderungen an den Wanderer stellt. Zugegeben: Die Strecke selbst ist nicht  spektakulär. Man geht überwiegend auf Asphalt, einige Zeit geht auch auf (allerdings wenig befahrenen) Autostraßen. Doch die leicht hügelige, offene Landschaft mit weiten Wiesen und Weiden wirkt heiter und gelassen, ab und zu blitzt ein Kirchturm hinter einer Kuppe auf, Waldstücke, Flüsschen und beschauliche Dörfer sorgen für Abwechslung.

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Eine wunderbare Ergänzung bietet die literaturgeschichtliche Begleitung des Wegs. Acht Stationen von A bis H veranschaulichen das Leben des jungen Ehepaars Annemarie und Heinrich Böll zwischen 1944 und 1946. Das ist für alle diejenigen interessant, die sich mit der Biografie des Schriftstellers und Literaturnobelpreisträgers beschäftigen möchten, aber nicht nur das. Die Lebensstationen der Bölls  stehen zugleich exemplarisch für zahllose ähnliche Schicksale der Kriegs- und Nachkriegszeit. Und immer wieder drängen sich Parallelen zur Gegenwart auf. Während man die Informationstafeln studiert, sieht man auch die Bilder der Asylsuchenden, wie man sie aus der Tagesschau kennt: Menschen, die darauf angewiesen sind, dass Fremde für sie sorgen, ihnen ein Dach über dem Kopf, Essen und Trinken gewähren.

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Nachdem ihre Wohnung in Köln zerstört worden war, fanden die Bölls Unterschlupf im Marienfelder Pfarrsälchen, wo schon Bruder Alois Böll mit seiner Frau und drei Kindern auf siebzig Quadratmetern lebten. Man rückte weiter zusammen. Die nächste Station war Neßhoven, wo die inzwischen schwangere Annemarie Böll anschließend lebte. Heinrich Böll hatte sich nach einem Heimaturlaub kurz vor Kriegsende wieder bei seiner schon in Auflösung begriffenen Einheit zurückmelden müssen und war in amerikanische Gefangenschaft geraten.

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Beklemmung löst das Kindergrab auf  dem Marienfelder Friedhof aus, denn Christoph, der erste Sohn der Bölls, lebte nur wenige Monate.

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Die großformatigen Tafeln sind sehr übersichtlich gestaltet. Sie bieten eine fein austarierte Mischung aus Sachinformationen, Zitaten, Abbildungen von Personen, Dokumenten, Grafiken und geografischen Karten. Nicht zu viel, nicht zu wenig; nicht zu akademisch, nicht zu beliebig. Man erfährt sehr viel, ohne sich überfordert oder belehrt zu fühlen. Eine wunderbare Verbindung von Wandern, Literatur und Kultur. Sehr empfehlenswert.

21. Juli 2016: Literarischer Spaziergang durch die Kölner Südstadt

Die Kölner Südstadt scheint ein günstiges Pflaster für Schriftsteller zu sein. Mit Irmgard Keun, Heinrich Böll und Dieter Wellershoff wohnten bzw. wohnen drei bedeutende Autoren des 20. Jahrhunderts nur wenige Hundert Meter voneinander entfernt.

Spaziergang-Park

Auf einem literarischen Spaziergang führt die Germanistin Isa Schikorsky zu den Lebensorten der Autoren und zu Schauplätzen ihrer Romane, Essays und Erinnerungstexte. So wird unmittelbar deutlich, wie Wirklichkeit literarisch gestaltet und in Fiktion verwandelt wird. Auf elf Stationen zwischen Ubierring, Chlodwigplatz, Friedenspark und Eierplätzchen lernen die Teilnehmer unter anderem drei Adressen von Heinrich Böll und Spielplätze seiner Kindheit kennen.

Spaziergang-Kiosk

Sie erfahren zudem, wie bedeutsam der Kiosk an der Ecke Maternusstraße für Irmgard Keun war, welche Rolle die Platanen vor der Fachhochschule in Dieter Wellershoffs »Liebeswunsch« und die Südbrücke in Bölls »Billard um halb zehn« spielen, und wie Elke Heidenreich die Kneipe »Opera« erzählerisch mit Boris Becker verbandelt hat. Und zwischen all den literarisch inspirierenden Straßen und Plätzen entdecken sie den Ort, an dem die Nazis im Mai 1933 Bücher verbrannten.

Spaziergang-FH

Donnerstag, 21. Juli 2016, 18.30–20.00 Uhr. Treffunkt: An der Bank auf der Grünfläche neben der KVB-Haltestelle »Ubierring«, (Linien 15 und 16), Ubierring, 50678 Köln-Südstadt, Kosten 10 Euro.
Anmeldung unter: Schikorsky@Stilistico.de oder telefonisch 0221-4856490