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Geschenktipp: „Weihnachtsgeschichten am Kamin“

WeihnachtsgeschichtenEs ist jedes Jahr wieder ein wunderbares Geschenk für alle Mütter, Großmütter, Tanten und anderen Verwandten: Von den Weihnachtsgeschichten am Kamin hat der Rowohlt Verlag in diesem Jahr den 29. Band veröffentlicht. Der Titel beschreibt zugleich die bevorzugte Lektüresituation. Doch nicht nur vor dem Kamin, auch vor dem Weihnachtsbaum, dem Adventskranz oder einer einfachen Kerze entfalten die Geschichten und (wenigen) Gedichte ihren ganz besonderen Charme. Sie sind bestens zum Vorlesen geeignet, denn sie haben genau die richtige Länge, um niemanden zu langweilen, und berühren emotional, weil sie Erinnerungen wecken und eigene Erfahrungen ansprechen. Heitere und besinnliche Texte, Selbsterlebtes und Erdachtes wechseln sich ab. Alle Geschichten kreisen um den angeblich schönsten Tag des Jahres, der so manche Tücke und Klippe birgt.

Meine Favoriten unter den 43 Titeln: Anja Puhane erzählt in „Die Ratten und Familie Müller“ mit Witz und Hintersinn vom wohltätigen Wirken der Nager in der Weihnachtsnacht. Wie die kleine Emma und „Fixfax“ sich kennenlernen, schildert Bianca Willsch in ihrer zauberhaften Geschichte, die an E. T. A. Hoffmanns Nußknacker-Märchen erinnert. Sein erstes Weihnachtsfest als Ehemann lässt Josef Pryzklenk Revue passieren. Er zeigt mit seiner humorvollen Sprache, dass sich kleine Katastrophen am besten mit Witz und Gelassenheit meistern lassen. Utta Kaiser-Plessow erzählt in ihrer anrührenden Geschichte von einer jungen Frau, die ausgerechnet am Heiligabend einen Entschluss fasst, der ihrem Leben eine entscheidende Wende gibt. Und Gisela Kruyer führt uns zurück in die Sechzigerjahre und lässt uns in „Ist das Leben nicht schön?“ eine zeittypische Familienweihnacht miterleben. Mit scharfem Blick und Selbstironie seziert sie die Abgründe hinter der Harmonie, nach der alle sich sehnten.

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