So wird Ihre Lesung perfekt

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Mit Lesungen werben Sie für sich und Ihre Werke und haben – von Ausnahmen abgesehen – zusätzliche Einnahmen. Deshalb sollten Sie sich bietende Gelegenheiten nutzen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Unverzichtbar ist allerdings eine intensive Vorbereitung. Die erste Frage: Was sollten Sie lesen? Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Allgemein gilt: das Beste und Aktuellste, was Sie geschrieben haben. Darüber hinaus sollte die Auswahl zum Anlass und zum Publikum passen. Die zweite Frage: Wie lange sollten Sie lesen? Als Richtwert für eine Einzellesung gelten sechzig bis neunzig Minuten, danach ist auch bei sehr interessierten Zuhörern zumeist die Konzentration erschöpft. Gibt es eine Pause, sollte die Lesezeit hinterher kürzer sein als vorher (etwa zwei Drittel zu einem Drittel). Wenn Sie einen einzigen Text lesen, sind fünfundvierzig Minuten schon lang (für Sie und für das Auditorium). Durch Überleitungen und Bemerkungen zwischen den Leseeinheiten geben Sie den Zuhörern Gelegenheit, zu entspannen.
Das wirksamste Mittel gegen Lampenfieber sind einige Probedurchgänge: Lesen Sie Ihre Texte mehrfach laut und langsam, achten Sie auf deutliche Aussprache, richtige Betonung und die Modulation des Tempos. Verpflichten Sie Testzuhörer und fordern Sie Rückmeldungen. Wenn Sie ganz unsicher sind, lohnt es sich unter Umständen, in ein Stimmtraining zu investieren.
Stoppen Sie die Lesezeit, damit Sie den Ablauf strukturieren können. Mit Haftis, Zetteln, Unterstreichungen und Notizen bereiten Sie Ihr Leseexemplar vor. Schwerer zu planen sind die Zwischentexte. Lesen Sie die ab, wirken sie oft steif und unnatürlich, plaudern sie einfach drauflos, kann Ihr Zeitplan leicht aus dem Takt geraten. Ein Mittelweg: Machen Sie sich Stichpunkte und bemühen Sie sich, nicht zu weitschweifig zu werden. Sinnvoll ist es auch, flexibel zu kalkulieren, sodass Sie gegebenenfalls einen Text auslassen können oder einen in petto haben, falls Zeit übrig bleibt. Am besten beginnen Sie nach einer kurzen Begrüßung ohne Vorrede gleich mit der Lesung. Dankesworte an den Veranstalter, Anekdoten aus Ihrem Leben und Schreiben und was sonst noch erwähnt werden soll, lässt sich in späteren Lesepausen nachtragen.
Prüfen Sie vor der Lesung, ob alles Ihren Vorgaben gemäß vorbereitet ist. Gibt es eine geeignete Lichtquelle? Funktioniert das Mikrofon? Steht stilles Wasser bereit? Sind Tisch, Stuhl oder Lesepult optimal aufgebaut? Übrigens: Im Stehen liest es sich besser.
Sprechen Sie mit dem Veranstalter vorher ab, ob Sie Fragen aus dem Publikum zulassen und wer deren Moderation übernimmt. Und schließlich: Haben Sie einen Stift fürs Signieren eingesteckt? Salbeibonbons für Notfälle in Griffweite? Falls Sie ein Hustenanfall überrascht: Macht nichts, niemand nimmt es Ihnen übel. Statt den Husten zu unterdrücken und den Rest der Zeit mit Krächzen und Räuspern zu verbringen, sollten Sie kurz unterbrechen, aushusten, einen großen Schluck Wasser trinken, sich knapp entschuldigen und dann weiterlesen.
Ich wünsche Ihnen für Ihre erste oder nächste und alle weiteren Lesungen gutes Gelingen und volle Säle.

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