Werbemittel Leseexemplare

Leseexemplare

Ihr Buch ist erschienen. Ein wunderbares Gefühl für jeden Schreibenden. Doch die Arbeit ist damit noch nicht zu Ende. Jetzt kommt es darauf an, dass es sein Publikum findet. Die wichtigste Währung für eine Neuerscheinung ist Aufmerksamkeit. Das Buch muss wahrgenommen werden, sonst verkauft es sich nicht. Durch Werbeanzeigen, Lesungen, Social-Media-Kampagnen, Besprechungen in den Medien, Empfehlungen durch Buchhändler oder – etwa bei Amazon oder Lovelybooks – durch die Leser wird die literarisch interessierte Öffentlichkeit angesprochen.

Erscheint Ihr Buch in einem Verlag, haben Sie mit dieser Aufgabe möglicherweise weniger zu tun. Die Presseabteilungen bemühen sich darum, Multiplikatoren zu gewinnen, deren Urteil eine größere Gruppe potenzieller Käufer erreicht. Sie bieten solchen Personen großzügig kostenlose Lese- bzw. Rezensionsexemplare an. Das weiß ich aus meiner langjährigen Tätigkeit als Jurorin und als Redakteurin für das Literaturjournal »Lesart«. Regelmäßig stapeln sich neben meinem Schreibtisch Bücher, die mir Verlage zusenden, weil sie der Meinung sind, der Titel könne mir gefallen.

Die Verlage selbst verfügen über Listen mit Ansprechpartnern, die über Novitäten informiert bzw. mit Leseexemplaren versorgt werden. Aber Sie kennen die Multiplikatoren speziell für Ihr Buch. Das können Regional-, Fach- oder Special-Interest-Zeitschriften sein, das Stadtteilmagazin, das Vereinsblatt, auch Foren, Blogger usw. Wenn der Verlag Sie nicht von sich aus um eine Ergänzungsliste bittet, ist er doch meiner Erfahrung nach sehr gern bereit, eine solche zu bedienen. Erwähnen Sie einfach bei jedem Namen, auf welche Weise gerade diese Person zur Verbreitung Ihres Werkes beitragen kann.

Wenn Sie selbst publizieren, müssen Sie die Freiexemplare finanzieren. Trotzdem empfiehlt es sich, eine bestimmte Anzahl davon in Ihrer Kalkulation zu berücksichtigen. Unaufgefordert werden Sie damit wohl nur Leute versorgen, von deren Urteil sie sich eine Breitenwirkung versprechen oder die den relevanten Zielgruppen besonders nahestehen. An weitere Multiplikatoren schicken Sie informative Pressetexte, sogenannte »Waschzettel«, die auf den Inhalt neugierig machen, Alleinstellungsmerkmale nennen und etwas über den Autor verraten. Im Anschreiben verweisen Sie auf das Angebot, bei Interesse ein (kostenloses) Rezensionsexemplar zu senden (sowie ein druckfähiges Autorenfoto und Coverbild, wenn gewünscht).

Gehen Sie davon aus, dass diejenigen, die ein Freiexemplar anfordern, auch die Absicht haben, es zu besprechen. Trotzdem geschieht das nicht in jedem Fall, aus unterschiedlichsten, oft redaktionellen Gründen. Wenn eine Rezension erscheint, erhalten Sie oder der Verlag üblicherweise einen Beleg oder den Link.

Ich wünsche Ihnen natürlich, dass es ausschließlich Lobeshymnen sein werden. Aber selbst bei einem Verriss haben Sie Ihr Ziel erreicht: Ihr Buch ist wieder ein Stück bekannter geworden.

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