Archiv für den Monat Oktober 2015

Der Böllweg bei Much

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Der Böllweg bei Much (es gibt noch einen zweiten Böllweg in der Eifel) ist die Nummer 20 von den insgesamt 24 Bergischen Streifzügen. Zwölf Kilometer lang ist die Runde, die keine besonderen Anforderungen an den Wanderer stellt. Zugegeben: Die Strecke selbst ist nicht  spektakulär. Man geht überwiegend auf Asphalt, einige Zeit geht auch auf (allerdings wenig befahrenen) Autostraßen. Doch die leicht hügelige, offene Landschaft mit weiten Wiesen und Weiden wirkt heiter und gelassen, ab und zu blitzt ein Kirchturm hinter einer Kuppe auf, Waldstücke, Flüsschen und beschauliche Dörfer sorgen für Abwechslung.

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Eine wunderbare Ergänzung bietet die literaturgeschichtliche Begleitung des Wegs. Acht Stationen von A bis H veranschaulichen das Leben des jungen Ehepaars Annemarie und Heinrich Böll zwischen 1944 und 1946. Das ist für alle diejenigen interessant, die sich mit der Biografie des Schriftstellers und Literaturnobelpreisträgers beschäftigen möchten, aber nicht nur das. Die Lebensstationen der Bölls  stehen zugleich exemplarisch für zahllose ähnliche Schicksale der Kriegs- und Nachkriegszeit. Und immer wieder drängen sich Parallelen zur Gegenwart auf. Während man die Informationstafeln studiert, sieht man auch die Bilder der Asylsuchenden, wie man sie aus der Tagesschau kennt: Menschen, die darauf angewiesen sind, dass Fremde für sie sorgen, ihnen ein Dach über dem Kopf, Essen und Trinken gewähren.

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Nachdem ihre Wohnung in Köln zerstört worden war, fanden die Bölls Unterschlupf im Marienfelder Pfarrsälchen, wo schon Bruder Alois Böll mit seiner Frau und drei Kindern auf siebzig Quadratmetern lebten. Man rückte weiter zusammen. Die nächste Station war Neßhoven, wo die inzwischen schwangere Annemarie Böll anschließend lebte. Heinrich Böll hatte sich nach einem Heimaturlaub kurz vor Kriegsende wieder bei seiner schon in Auflösung begriffenen Einheit zurückmelden müssen und war in amerikanische Gefangenschaft geraten.

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Beklemmung löst das Kindergrab auf  dem Marienfelder Friedhof aus, denn Christoph, der erste Sohn der Bölls, lebte nur wenige Monate.

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Die großformatigen Tafeln sind sehr übersichtlich gestaltet. Sie bieten eine fein austarierte Mischung aus Sachinformationen, Zitaten, Abbildungen von Personen, Dokumenten, Grafiken und geografischen Karten. Nicht zu viel, nicht zu wenig; nicht zu akademisch, nicht zu beliebig. Man erfährt sehr viel, ohne sich überfordert oder belehrt zu fühlen. Eine wunderbare Verbindung von Wandern, Literatur und Kultur. Sehr empfehlenswert.

Buchgestaltung für Selfpublisher – Tipp 3: Entwerfen Sie einen ausgewogenen Satzspiegel

Satzspiegel

Beispiel für einen Satzspiegel; Buchformat 16,5 x 22 cm

Als Satzspiegel wird die bedruckte Fläche einer Buchseite bezeichnet, die in einem ausgewogenen Verhältnis zur unbedruckten Fläche stehen sollte. Das regeln Sie über die Bestimmung der Seitenränder. Klassisch ist die Konstruktion eines Goldenen Schnitts. Dabei beträgt das Verhältnis von Bundsteg zu Kopfsteg zu Außensteg zu Fußsteg 2 : 3 : 4 : 6 (also z. B. Bund [innen] 2 cm; Kopf 3 cm; Außen 4 cm; Fuß 6 cm). Dieses Verfahren wird heute kaum noch verwendet. Es empfiehlt sich aber, zumindest das Prinzip beizubehalten und nicht etwa den Rand auf allen Seiten gleich groß zu wählen, sondern unten größer als oben, innen kleiner als außen. Eine Buchseite besteht idealerweise aus 30 bis 40 Zeilen und etwa 60 bis 70 Zeichen pro Zeile. Beim inneren Rand sollten Sie außerdem bedenken: Ist er zu schmal, verschwindet Text im Bund, ist er zu weit, fällt das Layout auseinander, die beiden Seiten werden nicht mehr als zusammenge­hörig empfunden. Berücksichtigen Sie auch, dass beim aufgeschlagenen Buch die beiden inneren Ränder als einer gesehen werden.

Für ein Taschenbuch von 12 x 19 cm erreichen Sie mit diesen Maßen gute Proportionen: Links: (= Innen) 1,5 cm; Rechts (= Außen) 2 cm; Oben (= Kopf) 1,8 cm; Unten (= Fuß) 2,5 cm.

Dieser Tipp stammt aus der Kurzanleitung Buchgestaltung mit Word. Schritt für Schritt zum Print on Demand (Norderstedt: BoD 2015, 48 S., 4,99 €; E-Book 2,99 €). Der Titel ist überall im Buchhandel bestellbar.

Tipp 2: Entscheiden Sie sich für ein handliches Buchformat

Tipp4: Nehmen Sie eine gut lesbare Schrift