Zwanzig Tipps für perfekte Figuren

Figurenbrett

  1. Sie können nicht zu viel über Ihre Figuren wissen.
  2. Beginnen Sie erst mit dem Schreiben, wenn Ihre Haupt­figuren für Sie zu guten Bekannten geworden sind.
  3. Damit Sie bei der Entwicklung der Handlung nicht den Protagonisten aus dem Blick verlieren, empfiehlt es sich, den Plot von der Hauptfigur aus zu entwickeln: Dieser Roman handelt von Karl, der sich in Karla verliebt hat. Er …
  4. Schreiben Sie zu jeder handlungsrelevanten Figur eine Biografie als fortlaufenden Text, orientieren Sie sich dabei an der Liste mit Aspekten der Figurenentwicklung.
  5. Machen Sie sich Gedanken darüber, wie Ihre Figur zu der wurde, die sie ist, und was sie für die Zukunft anstrebt.
  6. Lieben Sie Ihre Figuren, selbst wenn sie sich nicht liebenswert verhalten. Wenn Sie Ihre Figuren nicht schätzen, wird es auch der Leser nicht tun.
  7. Wenn Sie das Gefühl haben, mit Ihren Figuren noch nicht hinreichend vertraut zu sein, versuchen Sie sie besser kennenzulernen.
  8. Prüfen Sie am Ende der Konzeptionsphase Biografie und Plot im Wechsel: Hat der Protagonist ein Ziel? Gibt es genügend Widerstände und antagonistische Gegenkräfte? Wird sein Leidenspotenzial voll ausgereizt? Überzeugt der Schluss?
  9. Gestalten Sie gemischte, mehrdimensionale Charaktere. Ein positiver Held sollte ein Laster oder einen dunklen Fleck haben, ein negativer Held zumindest eine anerkennenswerte Eigenschaft.
  10. Prüfen Sie, ob Sie Ihrer Hauptfigur all die Eigenschaften mitgegeben haben, die sie benötigt, um ihre Aufgabe erfüllen zu können.
  11. Beachten Sie das Prinzip der Erzählökonomie: Haben Sie sich bei der Figurenentwicklung auf Eigenschaften konzentriert, die für die Handlung relevant sind? Stellen Sie im Erzähltext selbst die Hauptfigur ausführlich und die Nebenfiguren nur knapp vor.
  12.  Achten Sie auf Abwechslung: Die verschiedenen Figuren sollten sich in ihrem Äußeren und ihrem Charakter deutlich unterscheiden.
  13. Wenn Sie unsicher sind, welche von mehreren Figuren die Hauptrolle übernehmen soll, entscheiden Sie sich am besten für diejenige, die in den stärksten Konflikt gerät, die meisten Probleme zu lösen hat, am schwersten leiden muss und das größte Handlungspotenzial besitzt.
  14. Berücksichtigen Sie, dass Figuren emotional dann überzeugen, wenn sie dem Leser ein Stück weit vertraut und ein Stück weit fremd sind.
  15. Handelt Ihr Protagonist motiviert und glaubwürdig?
  16. Vermeiden Sie Klischees und Stereotype: Unterlaufen Sie die Erwartungen der Leser an entscheidenden Punkten.
  17. Legen Sie vor Schreibbeginn die Erzählperspektive(n) fest. Wenn Sie unsicher sind: Experimentieren Sie mit verschiedenen Möglichkeiten, bevor Sie sich endgültig entscheiden.
  18. Führen Sie im Erzähltext den Protagonisten möglichst früh ein, damit der Leser sich schnell eine konkrete Vorstellung machen kann. Im Idealfall ist er schon ein wenig vertraut mit der Hauptfigur, bevor das Ereignis stattfindet, das die Handlung in Gang setzt und die Konflikte heraufbeschwört.
  19. Verwenden Sie Darstellungsformen wie Erzählerbericht und Beschreibung maßvoll, bevorzugen Sie die szenische Gestaltung, weil die Figuren nur im Handeln lebendig ­werden.
  20.  Statten Sie Ihre Figuren mit individuellen Spracheigenheiten aus. Achten Sie darauf, dass nicht der Erzähler über deren Köpfe hinweg mit dem Leser kommuniziert.

Aus: Helden, Helfer und Halunken. Perfekte Figuren für Ihren Roman. Ein Schreibratgeber (2014), S. 189 f.

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