Tabelle: Aspekte der Figurenentwicklung

Helden-Helfer-Halunken-CoverEinfach drauflosschreiben oder und hoffen, dass die Figuren von selbst lebendig werden, oder vorher Biografien entwickeln? Zu welchem Autorentyp gehören Sie? Ich gebe es gern zu: Leichter erscheint die erste Option. Und es gibt sogar Bestsellerautoren, die versichern, so vorzugehen. Sie behaupten, ihre Figuren führten ein Eigenleben, ließen sich nicht steuern und sorgten immer wieder für Überraschungen. Das erinnert an stolze Eltern, die behaupten, ihre Sprösslinge würden ohne jeden erzieherischen Eingriff prächtig gedeihen. Das Erfolgsgeheimnis im einen wie im anderen Fall: Ist einmal eine solide Basis geschaffen, kann man Kindern wie fiktionalen Geschöpfen Raum geben, sich selbstständig zu entfalten. Bei erfahrenen Autoren liegt die Zeit möglicherweise lange zurück, als sie mit ihren Figuren kämpften und deren Charakter formten. Irgendwann waren die Helden, vor allem Serienhelden, tatsächlich so perfekt ausgebildet, dass sie an der langen Leine laufen konnten. Doch wer gerade beginnt, seine ersten Figuren aufs fiktionale Leben vorzubereiten, sollte größte Sorgfalt aufwenden. Figuren treten nicht einfach so in Geschichten hinein und wissen, was zu tun ist. Sie als Autor müssen sie kreieren und ihnen alles beibringen, was sie brauchen, um in Ihrer Erzählung oder Ihrem Roman angemessen agieren zu können.

Deshalb empfehle ich Ihnen, sich vor dem eigentlichen Schreibbeginn oder zumindest parallel zum Schreiben am literarischen Text ausführlich mit der Entwicklung der wichtigsten Figuren Ihres Werkes zu befassen. Ich kann gut verstehen, dass manchem das mühsam und überflüssig erscheint. Doch wenn Sie es ausprobieren, werden Sie merken, dass dieser Schöpfungsprozess unglaublich viel Spaß macht und sehr kreativ ist.

Damit es etwas leichter fällt, habe ich in einer Tabelle Aspekten zusammengestellt, die bei der Erfindung einer Figur eine Rolle spielen können – aber nicht unbedingt müssen. Diese Liste soll Sie anregen und Ihnen Möglichkeiten aufzeigen, sie soll keineswegs Punkt für Punkt abgehakt werden. Sie entscheiden, welche Kriterien Sie benötigen. Viel Vergnügen!

Tabelle: Aspekte der Figurenentwicklung

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2 Gedanken zu „Tabelle: Aspekte der Figurenentwicklung

  1. Bianca Willsch

    „Helden, Helfer und Halunken“ ist mehr als ein Schreibratgeber zur Figurenentwicklung, es ist ein Buch, das mit jeder neuen Passage zum Weiterlesen einlädt. Der Aufbau ist klar und übersichtlich strukturiert. Sehr hilfreich sind die Schlüsselbegriffe am Seitenrand, die ein leichtes Navigieren im Text ermöglichen. Am Ende eines jeden Kapitels werden die Inhalte noch einmal kurz und knapp in Form einer Aufzählung zusammengefasst.
    Wer gerade nicht die Zeit findet, das ganze Buch zu lesen, für den sind die „Zwanzig Tipps für perfekte Figuren“ und „Zwanzig Ideen, Figuren zu finden und zu gestalten“ sowie die Tabelle “Aspekte der Figurenentwicklung“ eine unverzichtbare Hilfe für die Erfindung und Entwicklung von Figuren, eine echte Goldgrube.
    Das Kapitel „Figuren entwickeln“ hat mich am meisten gefesselt, ich hätte mich am liebsten sofort an den Schreibtisch gesetzt und neue Figuren erfunden. Mit zahlreichen Figurenbeispielen aus Film, Fernsehen und älterer und neuerer Literatur zeigt Frau Schikorsky, dass nur wirklich gut entwickelte Figuren eine Geschichte oder einen Roman tragen können. Hier findet man nicht nur zahlreiche Tipps zur Namensgebung und Charakterfindung (z.B. in Form von Erstellung von Fragebögen, Interviews) sondern auch kreative Anregungen, wie man z.B. weg von klischeebehafteten Figuren kommen kann. Warum nicht einmal eine hinterhältige Fee oder einen freundlichen Drachen erfinden?
    Aber das Buch befasst sich nicht nur mit der Erfindung der perfekten Hauptfiguren, es werden auch ausführlich und leicht verständlich die vier grundlegenden Erzählperspektiven aufgezeigt, man erhält hilfreiche Tipps zum Spannungsaufbau und erfährt, wie man Dialoge, Monologe und direkte/indirekte Rede richtig verwendet.
    Ein äußerst hilfreicher Schreibratgeber mit kompakten Informationen, charmant und flüssig geschrieben. Ein Buch, das in keinem Regal eines Autors fehlen darf, egal, ob er gerade erst mit dem Schreiben angefangen hat oder bereits erfahren im Erstellen von Texten ist.

    Antwort
  2. Isa Schikorsky Autor

    Liebe Frau Willsch, ein ganz herzliches Dankeschön für so viel Lob. Es freut mich sehr, dass Sie das Buch so überaus hilfreich finden. Denn genau das war die Absicht, die mich beim Schreiben leitete. Für Ihre Figuren wünsche ich weiterhin gutes Gelingen (einige unsterbliche haben Sie ja schon geschaffen. Ich denke immer wieder gern an Elli Tomaschewski und jetzt an Herrn Doktor Läschner).
    Schöne Grüße von Isa Schikorsky

    Antwort

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