Archiv für den Monat November 2014

Beruf Schriftsteller?

pc-buch-cmykViele Menschen, die Gedichte, Erzählungen und/oder Romane schreiben, fragen sich irgendwann: Soll ich aus meinem Hobby einen Beruf machen? Doch wie fange ich das an? Wie sind die Karriereaussichten? Kann ich damit Geld verdienen? – Berichte über Autoren, die quasi über Nacht mit Bestsellern ungeheuer erfolgreich geworden sind, wecken da zuweilen falsche Erwartungen. Ich plädiere eher für einen Weg der kleinen Schritte. Wie der aussehen könnte, vermittle ich am Wochenende an der Volkshochschule Köln (VHS im Bezirksrathaus  Lindenthal). Und zwar in vier getrennt buchbaren Modulen, sodass jeder sich genau das aussuchen kann, was ihn interessiert. Ein paar Plätze sind noch frei. Buchen Sie jetzt noch oder kommen Sie am Samstag oder Sonntag vorbei und melden sich direkt vor Ort an.  Was Sie erwartet:

Samstag,  22. November, 10–13 Uhr: Modul 1 – Erste Schritte auf dem Literaturmarkt (Themen: Aus- und Weiterbildung, Wettbewerbe, Stipendien, regionale Kontakte)

Samstag, 22. November, 14–17 Uhr: Modul 2 Erste Publikationen (Themen: Beiträge für Zeitschriften und Anthologien, Romanhefte, Selbstpublizieren)

Sonntag, 23. November, 10–13 Uhr: Modul 3Wie finde ich einen Verlag für mein Buch? (Themen: Voraussetzungen, Agentur ja/nein, Verlagsprofile, Bewerbungsunterlagen)

Sonntag, 23 November, 14–17 Uhr: Modul 4 – Exposé und Anschreiben überzeugend formulieren (Ergänzung zu Modul 3: Gedacht für Autoren und Autorinnen, die ein Werk abgeschlossen und eventuell schon ein Exposé geschrieben haben.)

Ich freue mich darauf, Sie zu sehen!

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Leseprobe: Der Seite-99-Test für „Helden, Helfer und Halunken“

Helden-Cover-AusschnittWie wählen Sie Ihre Lektüre aus? Ich blättere am liebsten ein wenig im Buch herum und lese hier und da einen Abschnitt. Doch das funktioniert natürlich nur mit Titeln, die in der Buchhandlung vorrätig sind. Und das ist immer seltener der Fall. Man sollte auch nicht unbedingt nur den Anfang ansehen (da haben Autor und Lektor sich noch verdammt viel Mühe gegeben), sondern einfach mittendrin eine Seite aufschlagen und prüfen, ob einen das Buch dann immer noch interessiert. Deshalb hier der Seite-99-Test für Helden, Helfer und Halunken. Perfekte Figuren für Ihren Roman. Es freut mich, wenn der Ausschnitt Sie überzeugt. Er stammt übrigens vom Ende des zweiten Kapitels und beschäftigt sich mit der wirklich wichtigen Frage, wie Ihre Figuren zu spannenden Zielen kommen können.

… sammelt Wörter und Sätze, verschlingt jede greifbare Lektüre und erträgt dafür das Unverständnis der Eltern, die Schläge des Vaters, Zurücksetzung und Spott, später Ausgrenzung in der Ausbildung, bis sie sich am Ende tatsächlich durchsetzt. Die extreme Zielstrebigkeit der Heldin zieht sich als roter Faden durch den Text und verleiht ihm eine zwingende Struktur. Doch es gibt auch eine Kehrseite. Das Erleben des Kindes und der Jugendlichen Hilla erscheint wirklichkeitsfern, die Hauptfigur wird verklärt und idealisiert und bleibt dadurch in Distanz zum Leser. Ihre Geschichte nimmt Züge eines Märchens oder einer Heiligenlegende an.

Es gibt unzählige Möglichkeiten für Ziele, sowohl äußere wie innere: endlich selbstbewusst werden, eine Million Euro besitzen, Karriere machen, eine Beziehung beenden, einen Widersacher ausschalten, der Frau von gegenüber seine Liebe gestehen, einen Schatz finden, die Welt retten, der Gerechtigkeit zum Sieg verhelfen usw. Für jedes Ziel lassen sich wiederum zahllose Möglichkeiten und Varianten der konkreten Umsetzung, des Gelingens oder Scheiterns denken.

Es ist eine Frage des Charakters, ob der Protagonist zu den aktiven oder passiven Typen zählt. Aktive Figuren setzen sich ihre Ziele selbst. Sie wollen vielleicht den Nordpol erreichen, ein Medikament entwickeln, eine Frau erobern oder berühmt werden. Sehr gut gefallen hat mir das Ziel des vierzehnjährigen Gieles aus Anne-Gine Goemans Roman »Gleitflug«. Gieles ist ein zurückhaltender, nachdenklicher Junge, hilfsbereit und harmoniebedürftig, immer darauf bedacht, weder aufzufallen noch anzuecken. Seine Bewunderung gilt Menschen, die etwas Besonderes leisten. Sein größtes Idol ist der Pilot Chesley Sullenberger, der 2009 einen mit einem Vogelschwarm havarierten Airbus sicher auf dem Wasser des Hudson Rivers aufsetzte und damit wohl zahlreiche Menschenleben rettete. Sullenbergers Äußerung »I was sure I could do it« wird zu Gieles’ Leitspruch. Auch er möchte einmal im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses stehen, möchte wahrgenommen und bewundert werden – kurz: Er möchte ein Held sein! Sein …

Neugierig geworden? Dann finden Sie hier weitere Informationen.

Bei „Amazon“ erfahren Sie, wie Lesern das Buch gefällt, können einen weiteren Blick hineinwerfen und es bestellen.

Rezension: Helden, Helfer und Halunken

Vielen Dank an Iris Boden. Ihr Urteil gefällt mir natürlich sehr.

Iris Boden

So, nun habe ich ihn gelesen, den Schreibratgeber von Isa Schikorsky mit dem verlockenden Titel „Helden, Helfer und Halunken“. Und ich nehme auch direkt mein Fazit vorweg:

UNBEDINGT LESENSWERT!

Ohne interessante, neugierig machende Figuren, mit denen sich Leser/innen identifizieren können, die sie als sympathisch oder auch als unsympathisch empfinden können, auf jeden Fall Figuren, die mitreißen, kann eine Geschichte nicht wirklich gelingen. Doch wie erreiche ich, dass meine Figuren überzeugen? Tja, und genau das hat Isa Schikorsky in acht Kapiteln anhand vieler lebendiger Beispiele, Tipps und Anregungen spannend dargestellt. Und zwar so spannend, dass sich der Schreibratgeber fast schon wie ein Roman liest, die Autorin zur Protagonistin wird und all die kleinen Tücken der Schriftstellerei sich als Antagonisten entpuppen.

So werden im ersten Kapitel die Figurenrollen und Grundtypen unter die Lupe genommen, welche dann im zweiten Kapitel im Erzählprozess eingebunden werden. Schließlich hat jeder Plot unterschiedliche Anforderungen an die Hauptfiguren. Im…

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Kreativ unterwegs: Vorschau auf die Stilistico-Schreibseminare 2015

Binz-2014Zugegeben: Ich bin spät dran in diesem Jahr. Aber jetzt nimmt das neue Programm Gestalt an. Die Reisen sind geplant, Website und Broschüre werden gerade gestaltet und Ende November ist alles fertig. Für alle, die schon mal ein wenig schauen möchten oder bereits Urlaubspläne für 2015 schmieden, gibt es hier einen Vorgeschmack auf das, was Sie erwartet:

  • Basisseminar Erzählen: Figuren. Perfekte Figuren für Ihre Romane und Erzählungen. 20.03.–22.03. in Ahrweiler (400 Euro; inkl. 2 Übernachtungen)
  • Schreibwerkstatt auf Rügen. Intensive Schreibwoche am Meer. 26.–30.05. im Ostseebad Binz (350 Euro)
  • Schreiben und entspannen im Park. Zauberhafte Gartenlandschaften inspirieren. 18.06.–21.06. in Kleve (550 Euro; inkl. 3 Übernachtungen)
  • Vier Tage für Ihren Roman. Frischer Schwung für Ihr Schreibprojekt. 07.07.–10.07. in Leverkusen (176 Euro)
  • Geschichten vom Reisen. Schreiben mit Weitblick über Hafen und Deich. 18.09.–20.09. in Bremerhaven (415 Euro; inkl. 2 Übernachtungen)
  • Geschichten des Lebens. Autobiografien und Familiengeschichten schreiben. 14.10.–16.10. in Ahrweiler (400 Euro; inkl. 2 Übernachtungen)
  • Für Kinder schreiben auf Kästners Spuren. Geheimnisse des Kinderbuchautors entdecken. 21.10.–23.10. in Dresden (445 Euro; inkl. 2 Übernachtungen)

Vormerkungen sind ab sofort möglich (Schikorsky@Stilistico.de). Ende November finden Sie ausführliche Informationen zu jedem Seminar unter www.Stilistico.de. Gern können Sie auch ein gedrucktes Programm anfordern.  Ich freue mich über Ihr Interesse!

Tabelle: Aspekte der Figurenentwicklung

Helden-Helfer-Halunken-CoverEinfach drauflosschreiben oder und hoffen, dass die Figuren von selbst lebendig werden, oder vorher Biografien entwickeln? Zu welchem Autorentyp gehören Sie? Ich gebe es gern zu: Leichter erscheint die erste Option. Und es gibt sogar Bestsellerautoren, die versichern, so vorzugehen. Sie behaupten, ihre Figuren führten ein Eigenleben, ließen sich nicht steuern und sorgten immer wieder für Überraschungen. Das erinnert an stolze Eltern, die behaupten, ihre Sprösslinge würden ohne jeden erzieherischen Eingriff prächtig gedeihen. Das Erfolgsgeheimnis im einen wie im anderen Fall: Ist einmal eine solide Basis geschaffen, kann man Kindern wie fiktionalen Geschöpfen Raum geben, sich selbstständig zu entfalten. Bei erfahrenen Autoren liegt die Zeit möglicherweise lange zurück, als sie mit ihren Figuren kämpften und deren Charakter formten. Irgendwann waren die Helden, vor allem Serienhelden, tatsächlich so perfekt ausgebildet, dass sie an der langen Leine laufen konnten. Doch wer gerade beginnt, seine ersten Figuren aufs fiktionale Leben vorzubereiten, sollte größte Sorgfalt aufwenden. Figuren treten nicht einfach so in Geschichten hinein und wissen, was zu tun ist. Sie als Autor müssen sie kreieren und ihnen alles beibringen, was sie brauchen, um in Ihrer Erzählung oder Ihrem Roman angemessen agieren zu können.

Deshalb empfehle ich Ihnen, sich vor dem eigentlichen Schreibbeginn oder zumindest parallel zum Schreiben am literarischen Text ausführlich mit der Entwicklung der wichtigsten Figuren Ihres Werkes zu befassen. Ich kann gut verstehen, dass manchem das mühsam und überflüssig erscheint. Doch wenn Sie es ausprobieren, werden Sie merken, dass dieser Schöpfungsprozess unglaublich viel Spaß macht und sehr kreativ ist.

Damit es etwas leichter fällt, habe ich in einer Tabelle Aspekten zusammengestellt, die bei der Erfindung einer Figur eine Rolle spielen können – aber nicht unbedingt müssen. Diese Liste soll Sie anregen und Ihnen Möglichkeiten aufzeigen, sie soll keineswegs Punkt für Punkt abgehakt werden. Sie entscheiden, welche Kriterien Sie benötigen. Viel Vergnügen!

Tabelle: Aspekte der Figurenentwicklung